Kein Platz für Gotteslästerung in Österreich!

Genau in der Vorbereitungszeit auf Weihnachten zeigt die Künstlerhaus Vereinigung im Obergeschoss ihres Hauses mehrere blasphemische Kunstwerke, die das Christentum zutiefst beleidigen.

Zu sehen sind unter anderen ein gekreuzigter Frosch, ein als Muttergottes gekleideter LGBT-Aktivist, der ein Kind in den Armen hält, mehrere Persiflagen der Mater Dolorosa sowie Parodien des letzten Abendmahles. Pornografie und blasphemische erotische Beschreibungen sind auch dabei.

Einige Werke gelten bereits als bekannte, unangefochtene Blasphemien; diesmal jedoch sind sie in einem Museum am Musikvereinsplatz in der Wiener Innenstadt zusammengetragen.

Die Religionsfeindlichkeit instrumentalisiert die Kunst- und Meinungsfreiheit, um eine feministische und LGBT-Agenda gegen den katholischen Glauben voranzutreiben.

Diese Ausstellung beinhaltet auch ein Programm für Kindergärten und Volksschulen: „Spielerisch erforschen wir ausgewählte Kunstwerke und entdecken dabei kleine Details“, ist in der Einladung zu lesen.

Wir nehmen diese Gotteslästerung nicht hin und leisten entschlossenen, rechtmäßigen Widerstand dagegen.

Die folgenden Aussagen der Aussteller zeigen unmissverständlich, dass die Gläubigen bewusst provoziert und die traditionelle Lehre der Kirche, Gott sowie die Unbefleckte Empfängnis gezielt angegriffen werden.

RENATE BERTLMANN

...ist ein radikales Werk feministischer Religionskritik. Bertlmann verwandelt eines der mächtigsten Symbole der westlichen Kultur in ein erotisch konnotiertes, zärtliches Objekt – und stellt damit tiefgreifend Konventionen in Bezug auf Glauben, Körper, Geschlecht und Sexualität infrage.

TIMM ULRICHS

In seiner Arbeit Nehmet, esset; das ist mein Leib (II) / (My Sweet Lord) (1994) formt er ein Kreuz aus Schokolade. Damit verweist er provokant auf Christus Worte beim letzten Abendmahl

MARGOT PILZ

als performative Aktion, die ebenfalls an ein Tableau vivant erinnert und fotografisch im Atelier der Künstlerin festgehalten wurde. […] soll Religionsvorstellungen des Patriarchats in Frage stellen … Die männlichen Protagonisten werden durch Frauen ersetzt…

SUMI ANJUMAN

Ein Mensch steht in einer Wiese, trägt über seinem weißen Kleid einen schweren blauen Umhang und hält ein Baby im Arm. Die männlich gelesene Person erinnert an die Jungfrau Maria.

URSULA BEILER 2008

Beiler hinterfragt spielerisch ein männlich geprägtes Gottesbild sowie die Vergötterung der Männlichkeit in Sprache und Religion. Sie setzt ein feministisches Zeichen …

MARINA ABRAMOVIĆ

In Vladdka (2007) erscheint die Performancekünstlerin als Mutter Gottes, die mit resoluter Geste auf das weibliche Geschlecht ihres (Jesus-)Kindes zeigt.

JOHANNES RASS

christlichen Bildmotiven und ihrer Inszenierung inspirieren, darunter Heiligendarstellungen, die Mutter Gottes mit dem toten Christus (Pietà), Adam und Eva.

IRENE ANDESSNER,
TIMM ULRICHS

Andessner kehrt die Geschlechter der Tischgesellschaft um. Sie nimmt den Platz Jesu ein,

EVELYN KREINECKER

Kreinecker erschafft selbstbewusste, starke Frauenbildnisse. Sie zitiert frei und ohne Scheu oder übertriebenen Respekt

MARTIN KIPPENBERGERS

ein gekreuzigter grüner Frosch, steht im Zentrum dieses Kapitels.

BETTINA RHEIMS
Mit der Serie I.N.R.I. (1997)

Als Provokation wurde vor allem das Triptychon der Kreuzigung aufgefasst, das auf der linken Tafel eine Frau am Kreuz zeigt

Unterschreiben Sie die Petition und verteidigen Sie unseren Glauben, der durch diese Ausstellung verspottet und verhöhnt wird!

Sehr geehrte Frau Präsidentin der Künstlerhaus-Vereinigung, Frau Tanja Prušnik,

die aktuelle Ausstellung „Du sollst dir ein Bild machen“ ist eine Verhöhnung und Verspottung des christlichen Glaubens und entwürdigt christliche Symbole durch bewusst persiflierende Darstellungen.

Es ist dies eine schwerwiegende Beleidigung der Religion, die von der großen Mehrheit der Österreicher und Europäer gelebt und geschätzt wird.

Diese Ausstellung wird vom Bundesministerium (Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport) und der Stadt Wien (Kultur) subventioniert.
Blasphemie darf sich nie unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit verstecken.

Wir zeigen uns zutiefst empört über diese Ausstellung.

Da diese Blasphemie – die respektlosen Darstellungen christlicher Symbole – den Kern des christlichen Glaubens verletzt, ersuchen wir Sie, die Ausstellung umgehend zu schließen.

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Warum können wir keine Gotteslästerungen gegen unseren Glauben akzeptieren?

Die Wirkungstechnik des religionsfeindlichen Klimas und der Blasphemie-Kampagnen auf die Familie soll beschrieben werden. Dieser Einfluss verändert die Überzeugungen der Familienmitglieder üblicherweise nicht blitzartig oder in einem kurzen Zeitraum, sondern in einem Prozess, der eine Metamorphose der Mentalitäten auslöst.

Die Produzenten von Blasphemie in Zeitschriften, Comics, Fernsehen etc. wissen, dass ihre Produkte schockierend sind und normalerweise niemand schlagartig eine antireligiöse Haltung einnimmt. Die Absicht der Blasphemieproduzenten ist vielmehr, durch ein ständiges Einwirken auf die gesamte Gesellschaft, die öffentliche Meinung graduell von einer religionsfreundlichen zu einer religionsfeindlichen Einstellung zu verändern. Wie geschieht das?

Die Blasphemie-Kampagnen, die Religionsfeindlichkeit und die öffentliche Debatte darüber haben zwei Komponenten.

Durch Blasphemie, antichristliche Hetze und Religionsbeschimpfung werden die Christen in Schreck versetzt. Die Blasphemien, die verbreitet werden, sind derart extrem und abstoßend und zeigen einen so radikalen Hass gegen die Religion, dass Angst vor einer Religionsverfolgung geschürt wird. Selbst, wenn jemand nicht daran glaubt, dass wieder Verfolgungen wie früher im Römischen Kaiserreich wiederkehren können, so doch zumindest, dass ein Klima geschaffen werden kann, in dem jeder öffentliche Ausdruck von Religion geächtet wird und auf diesem Wege bestehende Traditionen verboten werden, wie zum Beispiel das Läuten von Glocken vor der Messe, die Wallfahrten, die Prozessionen usw.

Blasphemie-Kampagnen erzeugen aber auch andere Ängste

Die öffentliche Verhöhnung der Religion macht es für den Einzelnen zunehmend schwerer, sich zu seinem Glauben zu bekennen. Wenn er die Religionsfeindlichkeit spürt, gewinnt der Christ den Eindruck, dass er selbst von seinen Klassenkameraden, Arbeitskollegen, Bekannten im Sportverein, Nachbarn usw. verhöhnt werden könnte, wenn bekannt werden sollte, dass er glaubt und dass er sogar die Religion praktiziert. Die Erzeuger der Blasphemie nutzen den Geselligkeitsinstinkt aus, um die Christen einzuschüchtern und ihnen Furcht vor einer öffentlichen Verspottung einzujagen.

Man muss auch um den Glauben der jüngeren Generationen fürchten. Werden die Kinder dem Druck in der Schule standhalten? Werden sie von Gleichaltrigen nicht negativ beeinflusst werden? Oder aus Angst vor der Isolation nachgeben? Die Liste der Gefahren für die Seele der Kinder und Jugendlichen ließe sich beliebig erweitern.

Blasphemie: Angriff auf Kultur und Christentum  — Mathias von Gersdorff

„Freiheit bedeutet nicht das Recht zur Beliebigkeit. Freiheit ist kein Freibrief! Wer aus der Freiheit einen Freibrief macht, hat der Freiheit bereits den Todesstoß versetzt. Der freie Mensch ist vielmehr der Freiheit verpflichtet. Sonst hat seine Freiheit keinen festeren Bestand als ein schöner Traum, der beim Erwachen zerbricht. Der Mensch verdankt sich nicht sich selbst, sondern ist Geschöpf Gottes; er ist nicht Herr über sein Leben und über das der anderen; er ist – will er in Wahrheit Mensch sein – ein Hörender und Horchender; seine freie Schaffenskraft wird sich nur dann wirksam und dauerhaft entfalten, wenn sie auf der Wahrheit, die dem Menschen vorgegeben ist, als unzertrennlichem Fundament gründet. Dann wird der Mensch sich verwirklichen, ja, über sich hinauswachsen können. – Es gibt keine Freiheit ohne Wahrheit“

(Ansprache zum Abschied am Brandenburger Tor in Berlin am 23. Juni 1996).

Erstens werden in Teilen der Bevölkerung, vor allem bei den Kindern und Jugendlichen, der Respekt und die Achtung vor der Religion zerstört. Den Opfern wird nicht nur der Glaube weggenommen, sondern auch die geistige Grundlage, die sie befähigen soll, zum Fortschritt der Gesellschaft beizutragen.

Zweitens können Menschen unmöglich ernsthaft für die Grundwerte des Menschen eintreten, wenn sie Genuss bei Blasphemie empfinden und in Kauf nehmen, dass die religiösen Gefühle von Millionen Mitbürgern verletzt werden. Selbst ein Atheist kann problemlos einsehen, dass die massive Beleidigung der Christen durch die Blasphemie in einem Rechtsstaat, der noch zudem christliche Grundlagen besitzt, inakzeptabel ist.

Drittens ist Blasphemie auch für ein friedliches gesellschaftliches Leben schädlich, weil sich die Christen provoziert fühlen müssen. Blasphemie-Kampagnen gegen das Christentum und die Passivität der Politiker, die praktisch einer Kollaboration gleichkommt, wecken sogar den Verdacht, dass das Christentum unerwünscht ist und verfolgt werden soll.

Blasphemie: Angriff auf Kultur und Christentum  — Mathias von Gersdorff

Auch Papst Benedikt XVI. erläutert regelmäßig die Notwendigkeit der Achtung der Sittengesetze durch die Politik: „Wo die christlichen Grundlagen der Gesellschaft Gefahr laufen, in Vergessenheit zu geraten, wird es immer schwieriger, die jeder Kultur innewohnende transzendente Dimension zu wahren und die authentische individuelle Freiheit gegen den Relativismus zu stärken. Ein solches Dilemma fordert sowohl die kirchlichen wie die staatlichen Verantwortlichen auf, die eingehende Diskussion über die Frage der Moral in der Öffentlichkeit zu fördern. In dieser Hinsicht besteht heute die Notwendigkeit, eine Sichtweise von der wechselseitigen Beziehung zwischen dem staatlichen Gesetz und dem Sittengesetz wiederzuentdecken, die sowohl von der christlichen Tradition vorgelegt wird, als auch zum Erbe der großen Rechtstraditionen der Menschheit gehört“

(vgl. Evangelium Vitae, 71). Ansprache von Benedikt XVI. an den neuen Botschafter Neuseelands beim Hl. Stuhl, Herrn Geoffrey Kenyon Ward, Donnerstag, 16. Juni 2005.

Foto: By Gsimonov – Own work, Public Domain – wikimedia.commons

RENATE BERTLMANN

Renate Bertlmanns Verhältnis zu Religion und Kirche ist geprägt von humorvoller Kritik, der Ablehnung institutionalisierter Religion sowie der Auseinandersetzung mit deren repressivem Einfluss auf Frauen. Ihre Werke können als künstlerische Widerrede gegen religiös begründete gesellschaftliche Normen gelesen werden. Ihr Zärtlicher Christus (2019) – ein klassisch geformtes Kruzifix, vollständig mit Latexnoppen bedeckt – ist ein radikales Werk feministischer Religionskritik. Bertlmann verwandelt eines der mächtigsten Symbole der westlichen Kultur in ein erotisch konnotiertes, zärtliches Objekt – und stellt damit tiefgreifend Konventionen in Bezug auf Glauben, Körper, Geschlecht und Sexualität infrage. Es ist sowohl eine Provokation als auch ein poetischer Vorschlag für eine neue, lebensbejahende Symbolik.

 Zärtlicher Christus, 2019

TIMM ULRICHS

ICH erkläre GOTT zu meinem kunstgegenstand!“, schreibt Timm Ulrichs 1961 auf ein Flugblatt.* Der als „Totalkünstler“ bekannte Konzept- und Aktionskünstler spielt gerne mit Sprache, alltäglichen Objekten und ikonografischen Motiven. In seiner Arbeit Nehmet, esset; das ist mein Leib (II) / (My Sweet Lord) (1994) formt er ein Kreuz aus Schokolade. Damit verweist er provokant auf Christus Worte beim letzten Abendmahl und verbindet religiöse Konnotationen mit dem sinnlichen Reiz des Genussmittels.

Nehmet, esset; das ist mein Leib (II) / (My Sweet Lord), 1994

MARGOT PILZ

Mit zahlreichen Protagonistinnen von IntAkt, einem feministischen Künstlerinnennetzwerk, inszenierte Margot Pilz Das letzte Abendmahl – Hommage à Kremser Schmidt (1979/2025) als performative Aktion, die ebenfalls an ein Tableau vivant erinnert und fotografisch im Atelier der Künstlerin festgehalten wurde.  […] soll Religionsvorstellungen des Patriarchats in Frage stellen … Die männlichen Protagonisten werden durch Frauen ersetzt…

Das letzte Abendmahl – 1979/2025

SUMI ANJUMAN

 Ein Mensch steht in einer Wiese, trägt über seinem weißen Kleid einen schweren blauen Umhang und hält ein Baby im Arm. Die männlich gelesene Person erinnert an die Jungfrau Maria. In der christlichen Kunst wird die Mutter Jesu oft in einem blauen Gewand dargestellt.

I am the Mother too (2019) …Die Künstlerin thematisiert darin die Probleme und Ängste, aber auch die Träume und Wünsche der LGBTQI+ Community

I am the Mother too, 2019

URSULA BEILER 2008

 konzipierte Ursula Beiler ein großes Straßenschild mit der Aufschrift „Grüss Göttin“. Von 2009 bis 2016 stand es an der Autobahn bei Kufstein-Nord am Eingang von Tirol, seit 2019 ist es am Kreisverkehr der Autobahnauffahrt Innsbruck-Mitte zu sehen. Das Werk löste teils heftige öffentliche Debatten aus – zwischen konservativer Ablehnung und progressiver Zustimmung. Das Schild wurde wiederholt besprüht, übermalt, beklebt und beschädigt, aber jedes Mal repariert und neu aufgestellt. Beiler hinterfragt spielerisch ein männlich geprägtes Gottesbild sowie die Vergötterung der Männlichkeit in Sprache und Religion. Sie setzt ein feministisches Zeichen

Replik der Tafel „GRÜSS GÖTTIN“, 2020

MARINA ABRAMOVIĆ

In Vladdka (2007) erscheint die Performancekünstlerin als Mutter Gottes, die mit resoluter Geste auf das weibliche Geschlecht ihres (Jesus-)Kindes zeigt. Das Foto entstand, als eine Familie die Künstlerin bat, auf ihre Tochter aufzupassen.

JOHANNES RASS

Für seine fotografische Serie These Viennese Saints (2021/2025) ließ sich Johannes Rass von bekannten christlichen Bildmotiven und ihrer Inszenierung inspirieren, darunter Heiligendarstellungen, die Mutter Gottes mit dem toten Christus (Pietà), Adam und Eva. Rass interessiert sich für die Posen und Gesten sowie die vielfach aufgeladenen Symbole wie den Apfel oder die Schlange und findet neue, visuell packende Bilder, die Geschlechterrollen und -stereotype verhandeln…. Sie nehmen Bezug auf das „Marienwunder“ der Blutweinenden Madonnenfiguren, aber auch auf den Apfel als die verbotene Frucht im Paradies…

These Viennese Saints, 2021/2025

IRENE ANDESSNER, TIMM ULRICHS

35 Jahre nach Ulrichs’ Inszenierung veranstaltete die Performancekünstlerin Irene Andessner gemeinsam mit Ulrichs mehrere Abendmahl-Performances. Auf Einladung des Museums Moderner Kunst Kärnten wurden in der profanierten Burgkapelle des Museums drei fünfzehnminütige Tableaux vivants vor Publikum umgesetzt. Andessner kehrt die Geschlechter der Tischgesellschaft um. Sie nimmt den Platz Jesu ein, Ulrichs den von Maria Magdalena / Johannes. Die Apostel sind mit Frauen … besetzt.

ABENDMAHL MMKK #3, 2011

EVELYN KREINECKER

Evelyn Kreinecker konnte sich immer weniger in den Bildern wiederfinden, die uns als Ideal und als religiöse Wahrheit präsentiert werden – insbesondere in all den männlichen Schöpfer-, Erlöser-, Heilsbringer- und Heiligenbildern. …Die Bilder kommen der Realität wesentlich näher“, so die Künstlerin, „denn es sind doch zumeist Frauen, die in unserer Welt heilen, Leben spenden, retten, sorgen, trösten, lehren und segnen.“* Kreinecker erschafft selbstbewusste, starke Frauenbildnisse. Sie zitiert frei und ohne Scheu oder übertriebenen Respekt aus der Kunstgeschichte und schreckt auch vor einer gehörigen Portion Pathos nicht zurück.

Die Weisheit, 2020 Aus der Serie SIE

Martin Kippenbergers

Skulptur Fred the Frog Rings the Bell (1990), ein gekreuzigter grüner Frosch, steht im Zentrum dieses Kapitels. Sie verursachte 2008 bei der Eröffnungsausstellung des Museions, des neuen Museums für moderne und zeitgenössische Kunst in Bozen (Südtirol), einen Kunstskandal, der über Monate die öffentliche Debatte beherrschte. Viele Menschen fühlten sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt. Der Vorwurf der Blasphemie stand im Raum, und die Empörung in großen Teilen der Bevölkerung und Politik war groß. Sie schlug sich in unzähligen Leserbriefen und öffentlichen Protesten wie etwa Gebetswachen („Gebetssühne stunde mit Kreuz“) nieder. Sogar Papst Benedikt XVI., gerade auf Sommerfrische in Südtirol, schaltete sich ein und betonte, dass das Kunstwerk „die religiösen Gefühle vieler Menschen verletzt hat, die im Kreuz ein Symbol der Liebe Gottes und unserer Rettung sehen“.* Der Aufforderung von Teilen der Bevölkerung und der Politik, das Kunstwerk zu entfernen, wurde zwar nicht nachgekommen, doch im Laufe der Ausstellung wurde es hinter einem Holzverschlag versteckt (!), … Von einem Herrgott-schnitzer ließ er sich mehrere Froschversionen anfertigen – als ironisches Selbstporträt und bewusste Provokation gegen Heuchelei und Frömmelei.

* In einem Brief an den Südtiroler SVP-Politiker Franz Pahl, zitiert in: „Papst kritisiert ‚gekreuzigten Frosch‘“, Die Presse, 9. September 2008, www.diepresse.com

BETTINA RHEIMS Mit der Serie I.N.R.I. (1997)

Entfachten die Fotografin Bettina Rheims und der Philosoph Serge Bramly in Frankreich eine große Kontroverse, die bis zu Blasphemievorwürfen führte. Beiden ist es ein Anliegen, mit fotografischen Inszenierungen das Evangelium in eine zeitgenössische Sprache zu übersetzen. Als Provokation wurde vor allem das Triptychon der Kreuzigung aufgefasst, das auf der linken Tafel eine Frau am Kreuz zeigt (zugleich das Titelbild des gleichnamigen Fotobuches von 1998). Der gekreuzigte Schmerzensmann als Frau? …

 I.N.R.I., 1997 – Kreuzigung, 1997