Mit großer Freude möchte ich Ihnen von der diesjährigen Sommerakademie berichten, die vom 1. bis 11. August 2026 in Creutzwald, Frankreich, stattfand. Insgesamt nahmen 45 Personen aus Deutschland, Österreich, der Slowakei, Frankreich, Polen, Irland und den Niederlanden daran teil.
Am Tag der Ankunft wurde eine heilige Messe zum Gedenken an ein verstorbenes Mitglied unseres Vereins gefeiert. Die gemeinsame Feier vermittelte den Teilnehmern einen tiefen Eindruck von der Würde und Ernsthaftigkeit des Lebens.
Im Anschluss an das Abendessen fand ein Einführungstreffen statt. Dabei wurden die Hausordnung sowie das Programm und der Zeitplan für die kommenden Tage vorgestellt.
Sommerakademie 2026
In der Kapelle am Hauptsitz der Akademie wurde regelmäßig die heilige Messe im tridentinischen Ritus gefeiert. Die Teilnehmer hatten jederzeit die Möglichkeit, die Sakramente zu empfangen, zur Beichte zu gehen und die heilige Kommunion zu empfangen. Auch für das leibliche Wohl der Teilnehmer war bestens gesorgt. Es gab gutes Essen und es herrschte stets eine angenehme Atmosphäre. In ihrer Freizeit konnten die Teilnehmer verschiedene Aktivitäten unternehmen, zum Beispiel Tischtennis oder eine Partie Schach spielen.
Am Sonntag fand der erste vollständige Programmtag statt. Der Tag begann mit einem gemeinsamen morgendlichen Frühstück. Danach wurde feierlich das Banner gehisst, während gemeinsam das Glaubensbekenntnis gesungen wurde. Dieses Ritual wurde jeden Tag wiederholt.
Den ersten Vortrag am Sonntag hielt Mr. James Bascom, Mitglied der amerikanischen TFP. Er sprach über die Entwicklungen des Jahres 2026 und wies auf die sich vertiefende moralische Krise hin – unter anderem auf die Legalisierung der Euthanasie in Frankreich sowie auf die Aufnahme des Abtreibungsrechts in die Verfassungen mehrerer Länder.
Nach der Kaffeepause referierte Daniel Martins über künstliche Intelligenz sowie über die Auswirkungen einer intensiven Mobiltelefonnutzung auf unseren Geist.
Der Nachmittag war den Übungen zur Transzendenz gewidmet. Die Teilnehmer setzten sich damit auseinander, Gott durch die Spuren seiner Vollkommenheit, die er in der Schöpfung hinterlassen hat, tiefer kennenzulernen.
In diesem Zusammenhang wurde eine wichtige Wahrheit erneut verdeutlicht und in Erinnerung gerufen: Der Sinn des menschlichen Lebens besteht darin, Gott zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu dienen und die eigene Seele zu retten. Da wir Gott nicht von Angesicht zu Angesicht sehen, erkennen wir ihn gerade durch seine Schöpfung.
Am Abend nahmen die Teilnehmer an einer feierlichen heiligen Messe teil. Im Anschluss fand ein gemeinsames Grillen statt, bei dem der Tag in gemütlicher Atmosphäre ausklang.
Kurzer Rückblick auf die Woche
Der Montag begann mit der Feier der heiligen Messe am Morgen. Nach dem gemeinsamen Frühstück hielt Herr Ureta einen Vortrag über die gegenwärtige Krise in der Kirche – darüber, wie „der Rauch Satans durch einen Riss in den Tempel Gottes eingedrungen ist“. Er ging unter anderem auf den dramatischen Rückgang der geistlichen Berufungen in den vergangenen sechs Jahrzehnten ein.
Im Anschluss an die Pause fand eine Chorprobe statt, bei der das Kleine Marienoffizium eingeübt wurde. Nach dem Mittagessen machten wir uns alle zu einer Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau von La Clairière auf. Ihre Statue steht nur wenige Kilometer entfernt mitten im Wald und wurde errichtet, nachdem sich einst ein Holzfäller dort verirrt hatte. Er versprach Unserer Lieben Frau, eine Statue von ihr zu errichten, wenn sie ihm dabei helfen würde, den Weg zurückzufinden.
Nach unserer Rückkehr berichtete James Bascom über das Leben Gottfrieds von Bouillon, des Anführers des Ersten Kreuzzugs. Dabei erinnerte er an die Worte von Gottfried von Bouillon, als man ihm die Königswürde von Jerusalem antragen wollte: „Ich möchte keine goldene Krone in der Stadt tragen, in der unser Herr mit Dornen gekrönt wurde.“ So wurde Gottfried von Bouillon zum Beschützer des Heiligen Grabes ernannt.
Am Abend wurde gemeinsam der Kreuzweg gebetet, begleitet von einer kleinen Musikgruppe.
Am Dienstag sprach James Bascom nach dem Frühstück über die Perspektiven der Gegenrevolution. Dabei betonte er, dass letztlich alles vom freien Willen des Menschen abhänge. Jeder Einzelne könne sich entweder von der revolutionären Strömung mitreißen lassen oder sich bewusst dagegenstellen und sagen: „Genug damit!“
Er hob insbesondere die erfreulichen und positiven Entwicklungen hervor: die zunehmende Zahl von Konversionen zum katholischen Glauben in Frankreich und Großbritannien, besonders während der Osterzeit sowie das Erstarken der Lebensschutzbewegung.
Anschließend stellte Gregory Murphy von der irischen TFP die theoretischen Grundlagen für die Straßenarbeit vor. Die Teilnehmer erhielten typische Slogans von Abtreibungsbefürwortern und die Aufgabe, darauf kurze, mittellange und ausführlichere Antworten vorzubereiten. Am Mittwoch, fand der praktische Teil statt – in Form einer Debatte.
In den Pausen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, an verschiedenen sportlichen Aktivitäten wie Tischtennis und Volleyball teilzunehmen. Darüber hinaus konnten sie das Dienen bei der heiligen Messe im tridentinischen Ritus üben oder sich an den Chorproben beteiligen.
Am Donnerstag gab es neben den Vorträgen auch Übungen zu Geländeeinheiten mit Kompass und Karte.
Im Rahmen eines kulturellen Ausflugs wurde die Stadt Bouillon besucht. Dort befindet sich das berühmte Schloss, das Gottfried von Bouillon verkaufte, um seinen Kreuzzug zu finanzieren. In diesem Schloss wurde auch seine Mutter, die heilige Ida von Boulogne, geboren.
Pater Jacques Olivier FSSP hielt einen Vortrag über den Prophetismus der heiligen Jeanne d’Arc. Pater Olivier ist Autor des Buches „Der politische und kirchliche Prophetismus der Jeanne d’Arc“ und derzeit Postulator im Seligsprechungsprozess von Kaiserin Zita.
Der letzte Tag der Sommerakademie stand ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die Pro-Life-Karawane. Neben der praktischen Vorbereitung lag ein besonderer Fokus darauf, sich auch geistig auf die bevorstehenden Aufgaben und Herausforderungen einzustellen.









