Heiliger Bonaventura

Gedenktag am 15. Juli

Der heilige Bonaventura, Kardinal und Kirchenlehrer, wurde im Jahr 1219 in Bagnoregio in Latium (Italien) geboren. Als er vier Jahre alt war, brachte eine äußerst schwere Krankheit das Leben des Kindes in Gefahr. Nachdem alle Mittel zu seiner Rettung ausgeschöpft waren, bat seine Mutter den noch lebenden Franz von Assisi, dem Jungen die Hände aufzulegen und ihm die Gesundheit zurückzugeben. Gleichzeitig versprach sie, ihn in dem Dienst Gottes im Orden zu geben, falls ihre Bitte erhört würde.

Franziskus betete über dem Kind, das sofort gesund wurde. Voller Bewunderung über dieses große Wunder rief Franziskus aus: „Oh! buona ventura!“ („Welch glückliches Geschick/Ereignis!“). Von diesem Augenblick an wurde das Kind Bonaventura genannt, obwohl sein Taufname Johannes war.

Im Alter von zwanzig Jahren trat er in den Franziskanerorden ein, um das Gelübde seiner Mutter zu erfüllen. Nach seiner Probezeit wurde Bonaventura nach Paris geschickt, um die Vorlesungen des berühmten Alexander von Hales zu hören. In all seinen Studien suchte er vor allem die Ehre Gottes und die eigene Heiligung. Er hielt sich fern von Eitelkeit und schädlicher Neugier, begnügte sich mit dem Notwendigen und verlor sich nicht in nutzlosen Diskussionen, die die Wahrheit eher verdunkeln als der guten Sache dienen.

Er führte ein so reines Leben, dass sein Lehrer Alexander von Hales ohne Zögern sagte: „Es scheint, als hätte die Erbsünde in ihm keinen Platz gefunden.“ Obwohl sein Leben von ständiger Buße geprägt war, spiegelte sein Gesicht eine Freude wider, wie sie nur reine Seelen kennen.

Noch vor seinem dreißigsten Lebensjahr wurde er zum Professor der Theologie an der Universität von Paris ernannt. Fünf Jahre später wurde er zum Generaloberen des Ordens gewählt.

Mitten in den Aufgaben als Generaloberer fand Bonaventura Zeit, Bücher über verschiedene Themen zu schreiben, in denen er große Gelehrsamkeit und Kompetenz bewies. Er verfasste wunderschöne Werke über die Verehrung der heiligsten Jungfrau Maria, und aus seiner Feder stammt auch eine Biografie des Ordensgründers Franz von Assisi.

Als Zeitgenosse des heiligen Thomas von Aquin erhielt er gelegentlich Besuch von ihm. Thomas bewunderte seine Heiligkeit und Weisheit sehr. Bei einem dieser Besuche fragte Thomas Bonaventura nach seiner Bibliothek. Dieser zeigte auf das Kruzifix und sagte: „Dies ist die Bibliothek, aus der ich alles schöpfe, was ich lehre.“

Als Gregor X. ihn zum Kardinal erhob, fanden die Überbringer dieser päpstlichen Anordnung den Heiligen gerade bei Küchenarbeiten beschäftigt. Trotz seiner hohen Würde führte Bonaventura weiterhin das Leben eines demütigen Ordensmannes.

Als er eingeladen wurde, am Konzil von Lyon teilzunehmen, erregten seine tiefe Weisheit und sein Eifer für die Sache der Kirche allgemeine Bewunderung.

Der Tod überraschte ihn während des Konzils im Jahr 1274, als er erst 55 Jahre alt war.

Im Vordergrund sieht man die ebenso bezaubernde wie winzige Stadt Bagnoregio, in der der heilige Bonaventura geboren wurde. Sie befindet sich hoch oben auf einem Felsen nahe Orvieto.

 

Quelle: Legionário, 10 de julho de 1938, N. 304

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