Die industrialisierte Welt behandelt den Verbraucher oft schlecht. Bei so vielen massenproduzierten und standardisierten Produkten fühle ich mich manchmal selbst standardisiert.
Es gibt Grenzen der Standardisierung. Einige Produkte bereiten keine Probleme, da wir von ihrer Einheitlichkeit profitieren. Andere hingegen führen dazu, dass wir unsere Persönlichkeit verlieren, weil wir uns ihnen anpassen müssen.
Zum Beispiel habe ich kein Problem mit standardisierten Kontaktlinsen. In diesem Fall gilt: Je ähnlicher sie sind, desto besser. Eine Kontaktlinse muss zuverlässig sein, und genau das erreicht die Standardisierung von Linsen – jedes Mal exakt dasselbe Ergebnis.
Aufgrund der Empfindlichkeit des Auges kann bereits die kleinste Unvollkommenheit – ein Staubkorn oder sogar der kleinste Kratzer auf der Linse – sie unerträglich machen.
Stifte hingegen sind etwas völlig anderes. Für mich ist ein Stift ein Werkzeug des Schreibens, ein Handwerk, das eng mit dem Innenleben des Schreibenden verbunden ist. Wörter auf dem Papier sind nicht bloß Tintenzeichen, sondern Ausdruck innerer Gedanken, geformt von der Hand, die ihnen Gestalt verleiht. Ein Stift, der den Bedürfnissen des Schreibenden entspricht – sein Gewicht, seine Balance, seine Spitze, sein Design und so weiter – wird wesentlich. Er ist nicht nur eine Verlängerung der Hand, sondern der Vorstellungskraft selbst.
So verrät der Stift eines Menschen etwas darüber, wer er ist. Der Unterschied zwischen einem standardisierten Sechzig-Cent-Kugelschreiber von Metro und einem sorgfältig ausgewählten Füllfederhalter, ausgestattet mit den gewünschten Federn, signalisiert den Ernst, mit dem man sich der Kunst des Schreibens nähert. Wenn Stifte zu standardisierten Gegenständen reduziert werden, tragen sie zu einer Eintönigkeit bei, die der Kunst, der sie dienen, zutiefst widerspricht.
Somit hängen die Grenzen der Standardisierung von der Person und den angestrebten Zielen bei der Nutzung von Produkten ab. Konsum ist dann am besten, wenn er die Persönlichkeit des Verbrauchers respektiert und zum Ausdruck bringt.
Quelle: tfp.org
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