Wir können die Fegefeuer vermeiden, indem wir oft für die Armen Seelen beten

P. Martin Berlioux

Die Kirchenväter und Kirchenlehrer glauben, dass diejenigen, die sich für die Seelen im Fegefeuer beherzt einsetzen, diesem entgehen oder nicht lange dort verbleiben. Denn, so sagen sie, das untrüglichste Zeichen der Vorherbestimmung für den Himmel ist die Rettung von Seelen, da Gott versprochen hat, uns dasselbe Gute zu tun, das wir anderen tun würden. „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden selbst Barmherzigkeit erlangen“ (Mt 5,7).

Wir können nur auf die Dankbarkeit der Seelen hoffen, die wir befreit haben. Könnten sie weniger einfühlsam und weniger barmherzig sein als wir? In der Stunde unseres Todes und des Gerichts werden sie herbeieilen und als Beschützer und Entlastungszeugen zur Stelle sein, um die Waagschale zugunsten der Barmherzigkeit zu wenden. Sie werden die Fallstricke des höllischen Geistes vereiteln und uns die kostbarste aller Gnaden erwirken: die eines heiligen Todes.

„Ich kann mich nicht erinnern“, sagte der heilige Augustinus von Hippo (354–430), „jemals gelesen zu haben, dass jemand, der bereitwillig für die Verstorbenen betet, einen schlimmen oder zweifelhaften Tod erlitt.“ Was für ein fast sicheres Mittel, den Härten des Fegefeuers zu entgehen! Befolgen wir daher den Rat des Evangeliums: „Macht euch Freunde (…), da mit sie, [denen wir geholfen haben,] wenn es zu Ende geht, in die ewigen Wohnungen aufgenommen werden“ (Lk 16,9).

Unsere Verstorbenen sind nun in Not, doch wenn wir ihnen helfen, werden sie in den Himmel auffahren und uns selbst die Türe dorthin öffnen. Befreien wir sie aus dem Fegefeuer, und sie werden uns davor bewahren, auch hineinzufallen.

Die Armen Seelen im Fegefeuer – P. Martin Berlioux

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