„Tut, was ich euch sage und ihr werdet Frieden haben“

Wie Pater Pavlicek Österreich vor dem Kommunismus rettete

Stacie Hiserman

Im Österreich der Mitte des 20. Jahrhunderts spielte sich vor dem Hintergrund politischer Spannungen eine bemerkenswerte Geschichte ab. Ein Mann widersetzte sich unbeirrt der heranrollenden Welle des Kommunismus. Sein Name war Pater Pavlicek, und seine Waffe war nur eine Perlenkette und inbrünstige Gebete. Der unerwartete Held in dieser Geschichte des Widerstands war niemand anderes als der Heilige Rosenkranz selbst, der 1955 auf wundersame Weise die Kommunisten aus Österreich vertrieb.

Österreich unter der Bedrohung durch den Kommunismus

In der Nachkriegszeit breitete sich der Kommunismus in Europa aus und spaltete den Kontinent. Auch unser Land, im Herzen Europas gelegen, geriet unter Druck, als der Eiserne Vorhang fiel. Das österreichische Volk, tief im katholischen Glauben verwurzelt, sah sich einer atheistischen Bedrohung gegenüber. Zwischen ihnen stand Pater Petrus Pavlicek, dessen Leben untrennbar mit dem Schicksal Österreichs verbunden war.

Geboren in den Nachwehen des Ersten Weltkriegs, verlor Petrus Pavlicek seine Mutter in jungen Jahren. Er wuchs in Wien und Olmütz auf und sein Leben war von Konflikten geprägt. Als Junge fühlte er sich zu einem religiösen Leben berufen, wurde aber später gleichgültig. Im Jahr 1935, während einer schweren Krankheit, bekehrte er sich und bestätigte seine Berufung. Inspiriert vom heiligen Franz von Assisi, trat er den Franziskanern bei und wurde 1941 zum Priester geweiht.

Pater Petrus wurde von der Gestapo verhaftet und wegen Kriegsdienstverweigerung angeklagt, aber nach einem Prozess am 13. Mai 1942 freigesprochen. Später marschierte er als Sanitäter an die Westfront, wo er am 15. August 1944 von den US-Truppen gefangen genommen wurde. Im Kriegsgefangenenlager Cherbourg-Octeville diente er als Lagerpfarrer und spendete den Mitgefangenen Trost.

Während seiner Gefangenschaft erfuhr Pater Pavlicek durch ein einfaches Flugblatt zum ersten Mal von Unserer Lieben Frau von Fatima, was ein tiefes geistiges Erwachen auslöste. Nach seiner Entlassung am 16. Juli 1945 begann er eine neue Phase seines Dienstes in Wien.

Die Kraft des Heiligen Rosenkranzes

Bei seiner Rückkehr fand Pater Pavlicek Österreich unter russisch-kommunistischer Herrschaft vor. Im Februar 1946 unternahm er eine Wallfahrt nach Mariazell, wo er eine innere Botschaft der Gottesmutter erhielt: „Tut, was ich euch sage und ihr werdet Frieden haben“. Entschlossen gründete er im Februar 1947 den Rosenkranz-Sühnekreuzzug für den Weltfrieden.

Im September 1948 führte Pater Pavlicek Bußandachten in einer Kapuzinerkirche in Wien ein. Dazu gehörten Predigten, Beichten, Segnungen und das Beten des Rosenkranzes. Er nannte diese Andachten „Gebetsangriffe“, weil er glaubte, dass „der Friede ein Geschenk Gottes und nicht das Werk von Politikern ist.“ Die monatlichen Prozessionen mit dem Bild Unserer Lieben Frau von Fatima nahmen stetig zu, bis hin zu einer jährlichen Feier am 12. September.

Trotz des Widerstands blieb Pater Pavlicek hartnäckig. Bis 1955 beteten mehr als eine halbe Million Österreicher täglich zu Unserer Lieben Frau von Fatima. Im April 1955 luden die Sowjets die österreichische Bundesregierung zu Verhandlungen nach Moskau ein. Es folgten intensive Gebete, und am 15. Mai wurde der österreichische Staatsvertrag unterzeichnet. Im Herbst 1955 zogen die sowjetischen Truppen endgültig ab.

In Wien marschierte eine jubelnde Menge mit Fackeln und Rosenkränzen, während Ministerpräsident Raab ein Dankgebet sprach. Dies war der Höhepunkt von Jahren des Gebets und der Opferbereitschaft. Die Geschichte von Pater Pavlicek erinnert uns an den Aufruf der Gottesmutter in Fatima, täglich den Rosenkranz zu beten. So wie er die Kommunisten aus Österreich vertrieben hat, bleibt der Rosenkranz ein mächtiges Werkzeug zur Überwindung moderner Herausforderungen.

Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay