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Sind die leeren Rahmen eines dänischen Künstlers ein Symbol für die Gottlosigkeit der abstrakten Kunst?

Edwin Benson

Ein Artikel in The Guardian beschreibt eine „Ausstellung“ des dänischen „Künstlers“ Jens Haaning. Die Ausstellung im Künsten Museum in Aalborg, Dänemark, besteht aus zwei leeren Leinwänden mit dem Titel „Take the Money and Run“. Zur Vorbereitung der Ausstellung lieh das Museum Herrn Haaning 532.000 Kronen (ca. € 71,300). Außerdem zahlte das Museum ein „Künstlerhonorar“ von 40.000 Kronen (etwa 5.300 €).

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Moderne Kunst oder altmodischer Betrug?

Als die Rahmen an das Museum geliefert wurden, hängten die Mitarbeiter die „Kunstwerke“ tatsächlich an die Wände. Erst später beschlossen die Verantwortlichen, Herrn Hanning vor Gericht zu bringen, weil sie der Meinung waren, dass er tatsächlich das Geld genommen hat und abgehauen ist. Das Gericht entschied, dass das Museum sein Darlehen zurückerhalten sollte, aber der Künstler durfte das Honorar behalten. Haaning gelang es auch, dem Betrug einen marxistischen Anstrich zu geben, indem er behauptete, „Take the Money and Run“ „stellt die Rechte von Künstlern und ihre Arbeitsbedingungen in Frage, um gerechtere Normen innerhalb der Kunstindustrie zu etablieren“. Das Werk stelle die Revolte eines Arbeiters gegen das Establishment dar.
Es stellt sich also die Frage, ob Herr Hanning seine leeren Rahmen als sinnvoll ansah oder ob er sie benutzte um das Museum zu betrügen, indem er für Arbeiten bezahlt wurde, die er nie gemacht hat? Diese Frage hat tiefgreifende Implikationen.
Nicht jeder kann in ein Museum gehen und sein Bankkonto plündern. Der Ruf von Herrn Hanning ist so gut dass die Internationale Biennale für zeitgenössische Kunst in Göteborg ihn 2017 als „einen der bedeutendsten und kritischsten Künstler seiner Generation“ bezeichnete. Haaning hat seit den 1990er Jahren eine Reihe von konzeptionellen Werken geschaffen, die in ihrer Gesamtheit ein akutes Spiegelbild der komplexen und sich wandelnden Gesellschaft des Westens sind. Es sind Werke, die eine Debatte über Säkularisierung, einschließlich der damit verbundenen Themen Migration, Vertreibung, Gleichstellung der Geschlechter, Nationalismus und Freiheit der Meinungsäußerung sind.

Was bedeutet es?


Die Frage nach der Bedeutung eines Kunstwerkes wirft zwei wichtige Fragen auf. Erstens: Sollte ein
Bild so undeutlich sein, dass zwei gleichermaßen intelligente und informierte Menschen sich nicht über seine Botschaft streiten können? Zweitens: Kann ein Bild ohne klare Botschaft als schön eingestuft werden? Bei der Betrachtung moderner Kunst sieht ein Betrachter oft Bedeutungen, die einem anderen entgehen. Solche Fehler passen in ein Narrativ, das jeden Sinn für objektive Wahrheit verabscheut. Sie sehen es auf Ihre Weise und ich auf meine. Wer kann schon sagen, ob einer von uns beiden das Gemälde richtig sieht? Ihre „Wahrheit“ ist so gut wie meine.
Eine solche Behauptung widerspricht dem christlichen Weltbild von Natur aus. Die katholische
Enzyklopädie definiert Wahrheit sehr schön. „Jedes existierende Ding ist wahr, da es Ausdruck einer Idee ist, die im Geist Gottes existiert und sozusagen das Vorbild ist, nach dem das Ding geschaffte, gestaltet oder geformt wurde.“ Die Enzyklopädie zieht dann eine Verbindung zwischen Gott und dem Künstler. „So wie menschliche Schöpfungen – eine Kathedrale, ein Gemälde oder ein Epos – den Vorstellungen des Architekten, Künstlers oder Dichters entsprechen, so verkörpern Gottes Geschöpfe, nur auf eine vollkommenere Weise, die Ideen und verkörpern die Ideen dessen, der sie geschaffen hat.“

Kann moderne Kunst schön sein?

Die Botschaft der abstrakten Kunst ist jedoch per definitionem unklar. Als solche kann sie keinen Zweck erfüllen, da es keine klare Wahrheit oder Idee gibt, auf die sie hinweist. Kann ein solches Kunstwerk schön sein, auch wenn seine Bedeutung unklar ist? Diese Frage bringt uns in den Bereich der Ästhetik. In der modernen Welt wird die Ästhetik fälschlicherweise nur als persönlich so wie in dem oft zitierten Satz „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ definiert.
Dieser Satz hat sich im modernen Denken so tief verankert, dass er von der breiten Bevölkerung als wahr akzeptiert wird, leider auch von vielen Christen. Das Gefühl, das hinter diesem Satz steht, ist jedoch eine jener Lügen, die trotz ihrer Popularität und der Anzahl der Wiederholungen nie wahr werden wird. Ihr Ursprung liegt in einem Roman aus dem Jahr 1878. Er formuliert einen Satz des schottischen Philosophen der der sogenannten Aufklärung, David Hume, um: „Die Schönheit der Dinge existiert nur in dem Geist dessen, der sie betrachtet.“

Die Suche nach echter Schönheit

Die Grundlage wahrer Ästhetik und echter Schönheit hängt nicht von etwas so Flüchtigem und Unzuverlässigem wie der menschlichen Meinung ab. Nach der katholischen Enzyklopädie sind diese ein Ideal, das „große Themen liebt, eine erhabene Konzeption, eine monumentale Ausführung; es sucht das Göttliche und das Geistige in allen Dingen.“ Im Grunde genommen ist die Suche nach Schönheit ein Teil der Suche nach Gott. Je gottähnlicher ein Objekt ist, desto schöner wird es. Daher ist die oft absichtliche Hässlichkeit der abstrakten Kunst eine Ablehnung von Gott selbst.

Bild von Stefan Schweihofer auf Pixabay

Quelle: Gegen den Strom