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Beabsichtigte und unbeabsichtigte Folgen von Maßnahmen gegen Coronavirus

und die Verantwortung des Vatikans bei seiner Vollendung

José Antonio Ureta 

Der Vatikan stimmte der Schließung der Kirchen zu und trug dazu bei, das Klima der Panik angesichts der Coronavirus-Epidemie zu erhöhen. Und mit seinen wiederholten Forderungen nach integraler Ökologie und einem neuen Modell der Globalisierung unterstützt Papst Franziskus zusätzlich zur geistlichen Förderung der sogenannten „Volksbewegungen“ Lateinamerikas das größte sozialwissenschaftliche und ideologische Umwandlungsmanöver der Geschichte. Dies sind die Hauptanschuldigungen an die oberste Führung der katholischen Kirche in einer dokumentierten Studie, die kürzlich vom Instituto Plinio Corrêa de Oliveira auf dessen Website veröffentlicht wurde.

Darin wird der Vatikan stigmatisiert, weil er dazu beigetragen hat, die Panik zu verstärken, die den Grundstein für die Zwangsversperrung gelegt hat, die für die daraus resultierende schwere wirtschaftliche und soziale Krise verantwortlich ist. Die vatikanischen Behörden und die italienische Hierarchie gingen über die Anforderungen der Zivilbehörden bei der Anwendung der restriktiven Maßnahmen hinaus. Der Entzug der Sakramente und des geistigen Trostes durch das Gebet im Inneren einer Kirche könnte die Angst angesichts der Epidemie nur verstärken und indirekt Panik auslösen, heißt es in dem Institutsdokument, das noch vor der himmelschreienden Unterstützung veröffentlicht wurde, die Papst Franziskus dem italienischen Premierminister entgegen brachte, in kompletter Uneinigkeit zur Haltung der italienischen Bischöfe.

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Das Institut, das Teil der Bewegung Tradition Familie Privateigentum ist, behauptet, dass die Hauptnutznießer der Krise, auf Grund der in Wuhan ausgelösten Pandemie, das kommunistische Regime in China, die radikalen Ökologen, die Befürworter der Weltregierung und die Sektoren der Ultralinken sind. Für diese vier Akteure, die eine „neue Welt“ nach ihren ideologischen Prinzipien modellieren wollen, hat sich ein Zeitfenster geöffnet.

Nach Angaben der Organisation verursachte die Panik in Europa und anderswo eine unterwürfige Haltung der Bevölkerung angesichts der strengen Freiheitsbeschränkungen, die die Behörden fast 2/3 der Weltbevölkerung auferlegt haben, sowie, laut Umfragen, einer voreiligen Akzeptanz der staatlichen Kontrollpläne erreicht durch Telefon-Apps als Bedingung, aus der „Große Quarantäne“ herauszukommen, wie sie der IWF-Direktor  nannte.

„Wie ist es möglich zu verstehen – fragt das Dokument -, dass die Massen des Westens, die bis vor drei Monaten von den Werten Emanzipation, Autonomie und Individualismus betrunken waren, die die Perspektive einer Kontrolle ihres Lebens im chinesischen Stil akzeptieren, mit der Passivität von Lämmern, die zum Schlachthaus geführt werden?“ Ihre natürliche Reaktion hätte die des französischen agnostischen Philosophen André Conte-Sponville sein müssen: „Ich ziehe es vor, Covid-19 in einem freien Land zu haben, als in einem totalitären Staat davon verschont zu bleiben!“

Im Gegenteil, die Umfragen zeigen eine Zunahme an Popularität der Regierungen, die Beschränkungen auferlegt haben, die die Kontrolle der Menschen zu verstärken planen und im Gegenzug anbieten, die öffentlichen Mittel für staatliche Beihilfen zu öffnen.

Laut dem Instituto Plinio Côrrea de Oliveira handelt es sich um eine planetarische Version des Stockholmer Syndroms, in dem das Opfer einer Entführung eine Beziehung der Komplizenschaft und der starken emotionalen Bindung zu seinem Entführer entwickelt. Ein psychologisches Phänomen, das möglicherweise von einer kollektiven außernatürlichen Heimsuchung im Stil wie sie Msgr. Léon Cristiani in seinem Buch Die Gegenwart Satans in der modernen Welt beschreibt.

In seinem natürlichen Aspekt scheint diese beispiellose Operation der mentalen Manipulation im Weltmaßstab der Taktik zu gehorchen, die Plinio Corrêa de Oliveira vor mehr als einem halben Jahrhundert in seinem Aufsatz Unbemerkte Ideologische Umwandlung und Dialog [Bild oben] und insbesondere in der Verwendung des Binoms „Angst-Sympathie“ angeprangert hat.

Wenn wir die Lehren des brasilianischen Intellektuellen auf die derzeitige ideologische Umwandlungsoperation anwenden, hätten wir auf der einen Seite die Angst vor Covid-19 und auf der anderen das sympathische und romantische Bestreben, zu einer Welt zurückzukehren, die „respektvoller mit der Natur umgeht“, die „offener“ und „solidarischer“ ist, in der die „bürgerlichen“ Luxusstandards der Industriegesellschaften der von den „Grünen“ gepriesenen Einfachheit und Genügsamkeit des Lebens weichen würden.

In seiner letzten Phase sollte die ideologisch gewandelte Bevölkerung sich nicht nur mit dem wirtschaftlichen „Rückgang“ abfinden, als wäre dies ein Verhängnis, sondern eine tiefe Akzeptanz, eines neuen Lebensstils als spirituelle Verbesserung betrachten. In diesem Zusammenhang wird die Stimme von Papst Franziskus zu einem wertvollen Verbündeten für den Erfolg der Operation, mit Aussagen im Stil „Ich weiß nicht, ob diese [Katastrophen wie das Coronavirus] Rache der Natur sind, aber sie sind sicherlich Reaktionen der Natur“ oder „Ich glaube, wir müssen unser Produktions- und Verbrauchstempo reduzieren“, sowie seine Forderungen nach einer „integralen ökologischen Bekehrung“ und die Unterstützung von Bewegungen wie die von Greta Thunberg.

Gleiches gilt für den Beitrag des Vatikans zur Agenda derer, die die Coronavirus-Krise nutzen wollen, um das Herankommen der Weltregierung voranzutreiben. Das Dokument des Plinio Corrêa de Oliveira-Instituts transkribiert eine Erklärung von Jacques Attali, Berater aller französischen Präsidenten der letzten 40 Jahre aus dem Jahr 2009, in dem Sinne, dass „sich die Menschheit nur dann signifikant entwickelt, wenn sie wirklich von Angst befallen ist“, deshalb trügen Epidemien dazu bei, „viel schneller“ den Grundstein für eine „echte Weltregierung“ zu legen. Mit anderen Worten, was Gordon Brown zuvor vorgeschlagen hat: eine vorübergehende Form globaler Regierung, um den gegenwärtigen Zwillingskrisen zu begegnen — der medizinischen und der wirtschaftlichen.

Etwas gemäßigter ist eine gemeinsame Erklärung der Päpstlichen Akademien der Wissenschaften und Sozialwissenschaften, deren Hauptanimator Bischof Marcelo Sánchez Sorondo ist, ein Argentinier, der dem Papst sehr nahe steht: „Globale Probleme wie Pandemien oder die weniger sichtbaren Krisen des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt erfordern kooperative Antworten“. Und die Erklärung besteht darauf, dass „globale Krisen kollektives Handeln verlangen“.

Die großen Befürworter einer neuen Weltordnung unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen hätten keine Schwierigkeiten, diese Erklärung der beiden Vatikanischen Akademien zu unterschreiben, die kein einziges Mal den Namen Gottes erwähnt!

„Ich möchte Dir sagen, dass ich immer zur Verfügung stehe, um Hand mit anzulegen. Verlass Dich auf mich“, war die beunruhigende handschriftliche Botschaft von Papst Franziskus an einen der italienischen Führer der Ultralinken, Luca Casarini. Fast gleichzeitig wurde am Ostertag ein Brief des Papstes an die sogenannten sozialen Volksbewegungen veröffentlicht, in dem er erklärte, dass „vielleicht die Zeit gekommen ist, an ein welteinheitliches Gehalt zu denken“. Diese Erklärung, eine Leuchtturmidee der radikalen Linken, wurde begeistert begrüßt von Pablo Iglesias, dem Vorsitzenden der ultralinken Partei „Podemos“ und Regierungs-Vizepräsidenten von Spanien. Er schlug vor, das Coronavirus zu nutzen, um alle Strom- und Kommunikationsunternehmen, Hotels und Privatkliniken zu verstaatlichen.

Papst Franziskus fügte hinzu und sprach Bewegungen an, die Klassenkampf und illegale Invasionen von Ländereien und städtischen Immobilien predigen: „Wenn der Kampf gegen Covid ein Krieg ist, seid Ihr eine wahrhaft unsichtbare Armee, die in den gefährlichsten Gräben kämpft.“

Seinerseits erklärte Kardinal Turkson, Präfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, in einer Sprache, die der der Grünen und der alternativen Linken nahe kommt, als er die Einrichtung eines Arbeitsteams zur Vorbereitung des Post-Coronavirus ankündigte: „Das Bewohnen der Erde als gemeinsames Haus erfordert viel mehr: Es erfordert Solidarität beim Zugang zu den Gütern der Schöpfung als ,Gemeingut‘ und Solidarität bei der Anwendung von Früchten der wissenschaftlichen Forschung und Technologie, um unser ,Haus‘ für alle gesünder und lebenswerter zu machen.“

Den westlichen Regierungen wird vorgeworfen, den Grundstein für dieses größte sozialwissenschaftliche und ideologische Umwandlungsmanöver gelegt zu haben, indem sie drastische Einschränkungsentscheidungen mit enormen sozialen und wirtschaftlichen Kosten getroffen hätten, auf der Basis von mathematischen Modellen, die auf unsicheren Daten aufgebaut wurden. Tatsächlich wird der plötzliche Stillstand der wirtschaftlichen Aktivitäten zu einer „Tragödie biblischen Ausmaßes“ führen, wie Mario Draghi, ehemaliger Präsident der Europäischen Zentralbank, in einem Artikel in der Financial Times vorausgesagt hat.

Einer der nicht erwähnten Aspekte, dieser Tragödie, ist die Auswirkung der wirtschaftlichen Lähmung auf die extreme Armut in den weniger entwickelten Gebieten des Planeten, in denen eine Zunahme um eine halbe Milliarde Einwohner stattfinden wird, was die in den letzten drei Jahrzehnten erzielten Fortschritte zunichte machen wird. David Beasly, WFP-Exekutivdirektor, rief in einem Interview mit The Guardian aus: „Mein Gott! Das ist ein perfekter Sturm. Wir schauen auf eine Ausweitung der Hungersnot in biblischen Dimensionen.“

Schätzungen zufolge sind in den ersten Monaten des Jahres 2020 täglich 30.800 Menschen in extremer Armut an Hunger gestorben. Wenn sich die extreme Armut verdoppelt, wird sich die Zahl der Hungeropfer zwangsläufig verdoppeln. Das heißt, 60 Tausend unterernährte Menschen würden täglich sterben. Diese 30 Tausend zusätzlichen täglichen Todesfälle sind fast fünfmal so hoch wie die Opfer von Covid-19 am schlimmsten Tag der Pandemie, dem 5. April, als 6.367 Todesfälle registriert wurden.

Ein weiterer Unsinn war die Empfehlung der WHO, vorübergehende massive Impfkampagnen auszusetzen, um die Verbreitung von Sars-Cov-2 durch den zustande kommenden sozialen Kontakt zu verhindern. Das Ergebnis wird sein, dass Millionen von Kindern Polio-Impfstoffe, Masern, Papillome, Gelbfieber, Cholera und Meningitis entzogen werden. Dies wird dazu führen, dass diese ansteckenden Krankheiten mit ihren Folgen von körperlichen Behinderungen und Todesfällen unkontrolliert bleiben.

Ein beträchtlicher Teil dieser Mängel und Todesfälle wäre vermieden worden – behaupten die Schüler von Plinio Corrêa de Oliveira -, wenn die Behörden nicht ausschließlich auf die Ayatollahs der WHO und die Posaunen der Medien gehört hätten, sondern auf die Meinung anderer Experten, die Maßnahmen der „vertikalen“ oder „intelligenten“ Einschränkung vorgeschlagen haben, d.h. Schutz der gefährdeten Bevölkerung (ältere Menschen und Personen mit schweren Krankheiten) und Eingrenzung der mit dem Virus infizierten Personen, nachdem Tausende von Tests durchgeführt wurden. Wie das Wall Street Journal sagte, „keine Gesellschaft kann die öffentliche Gesundheit auf Kosten der wirtschaftlichen Gesundheit für lange Zeit aufrechterhalten.“

Noch weniger kann eine Gesellschaft die öffentliche Gesundheit auf Kosten der geistigen Gesundheit aufrechterhalten, die bereits von religiösen Autoritäten so geschwächt wurde.

 

Quelle: r-gr.blogspot.com

Bild von Peggy Choucair auf Pixabay