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„Stille Nacht“, eine Meditation

Plinio Correa de Oliveira

 „Jede Meditation über das Leben unseres Herrn setzt sich aus einer Reihe von Überlegungen zusammen, die – eine nach der anderen – in uns immer neue Bewunderung auslösen. Er (Gott) wollte uns dazu bewegen, unser Mitgefühl mit unserer Bewunderung für den Menschensohn, der sich uns arm und ausgegrenzt im Stall von Bethlehem zeigt, zu verbinden. Gleichermaßen wie er uns 33 Jahre später, am Ende seines irdischen Lebens, in seiner  Agonie dazu bringen wollte, in der Bewunderung für sein Martyrium unser Mitgefühl fürs eine Schmerzen nicht zu vergessen, indem wir sagen: Mein Gott, ich leide mit Dir!

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 Dem Autor und dem Komponisten des Liedes ist es gelungen, das Mitgefühl in Worte und Musik zu fassen,das durch den Anblick des neugeborenen Kindes –  schwach, weinend, frierend und doch Gott selbst, der zu uns herabgekommen ist  –  in uns auslöst wird. Gott, ein schönes und liebreizendes Kind, und doch dafür bestimmt, so viel zu leiden! Er, der seine Arme für uns ausbreitet, die er liebt, lässt uns schon die Umrisse des Kreuzes erahnen, und erinnert uns an die unvorstellbaren Schmerzen, die noch vor ihm liegen. Die ganze zärtliche Liebe, die ihn dazu getrieben hat, für uns, für unsere Erlösung, Menschengestalt anzunehmen. Mit der Bestimmung für uns zu leiden, um uns von unseren Sünden zu erlösen: Lange schon uns bed acht.

 Diese Gedanken wecken in uns Gefühle der Zärtlichkeit und des Mitgefühls in höchstem Maße, sie stehen aber auch im Widerspruch zueinander. Dass wir sowohl Gefühle der Zärtlichkeit als auch des Mitgefühls für Gott empfinden, der unendlich viel mächtiger ist als wir, ist nach menschlichem Ermessen unerklärlich. Der Kelch des Schmerzes, den wir mit Ihm trinken, muss unser höchstes Mitgefühl ausdrücken, ein sensibles Mitgefühl mit dem, der so leidet und doch unser Herr, der allmächtige Gott, ist. Wenn wir ganz still werden, während wir die Worte und die Melodie des Liedes „Stille Nacht”, auf uns wirken lassen, weckt das Lied in uns dieses Mitgefühl mit unserem Schöpfer.

Wir verspüren, während wir das Lied singen oder hören, eine Mischung aus Freude und Traurigkeit: Freude über das Kind, das geboren wurde; Traurigkeit, weil wir wissen, dass er geboren wurde, um Opfer zu sein und zu leiden.“*

Image from falco by Pixabay

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