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Weshalb priesterlicher Zölibat?

Der priesterliche Zölibat, den die Kirche wie einen strahlenden Edelstein in ihrer Krone hütet,  steht auch in unserer Zeit  in hohem, ehrenvollen Ansehen, mögen sich auch Mentalität und Lebensbedingungen der Menschen tiefgehend gewandelt haben.

In vollem Einklang mit diesem Auftrag blieb Christus sein ganzes Leben hindurch im Stand des Zölibats. Diese Tatsache kennzeichnet seine Ganzhingabe an den Dienst für Gott und die Menschen. Diese so enge Verbindung von Keuschheit und Priestertum, die in Christus besteht,  geht auch auf die über, denen es gegeben ist, an der Würde und dem Auftrag des Mittlers und ewigen Priesters teilzuhaben. Diese Teilhabe ist umso vollkommener, je freier der Geistliche von den Bindungen an Fleisch und Blut ist.

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Die gottgeweihte Keuschheit der Priester macht in der Tat die jungfräuliche Liebe Christi zu seiner Kirche und zugleich die übernatürliche Fruchtbarkeit dieses Ehebundes sichtbar, kraft deren die Kinder Gottes „nicht aus dem Blute und nicht aus dem Wollen des Fleisches“ geboren sind.

Da außerdem der Priester im Zölibat durch einen neuen und erhabenen Titel Christus geweiht ist, erlangt er die Fähigkeit, auch im praktischen Leben höchst effizient und beständig die Tugend der Nächstenliebe zu üben und weitgehend für das Wohl aller Sorge zu tragen. So kann er in größerer Freiheit und Verfügbarkeit sein Hirtenamt ausüben und voll Liebe und Eifer in der Welt stehen, in die ihn Christus gesandt hat, damit er die ihm auferlegten Pflichten allen Kindern Gottes gegenüber erfüllt.

Wir können uns nicht einreden lassen, dass die Abschaffung des kirchlichen Zölibats die Anzahl der Priesterberufungen beträchtlich erhöhen würde. … Der Grund für die Abnahme der Berufungen zum Priesteramt liegt anderswo … z.B. in der Tatsache, dass viele Menschen ihr Gefühl für Gott und alles was heilig ist verloren haben, ebenso die Wertschätzung der Kirche als Institution für die Rettung der Seelen durch den Glauben und die Sakramente.

 

Aus der  Enzyklika  Sacerdotalis Caelibatus, über den Zölibat der Priester, von Papst Paul VI.

Foto: by Monika Robak from Pixabay 


Fußnoten:

  1. Siehe Dekret über Dienst und Leben der Priester, Nr. 16: AAS 58 (1966), 1015-17 [TPS XI, 461-62].
  2. Joh 1,13
  3. Siehe Dogmatische Konstitution über die Kirche,  Nr. 42: AAS 57 (1965), 48 [TPS X, 388]; Dekret über Dienst und Leben der Priester, Nr. 16: AAS 58 (1966), 1015-17 [TPS XI, 461-62].
  4. Siehe Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über die Ausbildung der Priester, Nr. 10: AAS 58 (1966), 719–20 [TPS XI, 23–24].
  5. Siehe 2 Kor 12,15.
  6. Siehe Dekret über Dienst und Leben der Priester, Nr. 16: AAS 58 (1966), 1015–17 [TPS XI, 461–62]
  7. Siehe  Joh 17,18
  8. Siehe Röm 1, 14

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