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Ostern mit Kindern und Familie: Rituale und Familienfeste sind wichtig

Christiane Jurczik

Alljährlich im Frühling, wenn der Schnee getaut ist und die Natur wieder erblüht, feiern wir das Osterfest. Ostern ist ein bewegliches Fest. Es wird immer nach dem 1. Vollmond im Frühling gefeiert. Also in der Zeit vom 22. März bis 25. April. Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Damit feiern sie die Auferstehung von Jesus nach seinem Tod am Kreuz. Der Sohn Gottes hat laut Altem Testament den Tod überwunden und bringt Licht und Hoffnung in die Welt. Und auch wer nicht an Gott glaubt, der sollte seinen Kindern den Hintergrund von Ostern erklären – denn hierbei handelt es sich um Allgemeinwissen und es kann nicht schaden, seinen Horizont diesbezüglich zu erweitern.

Ostern ist genau wie Weihnachten ein richtiges Familienfest. Die ganze Familie kommt zusammen, es ist Zeit für gute Gespräche, für leckeres Essen und natürlich für Spiel und Spaß mit den Kindern. Der obligatorische Frühlingsspaziergang – dem der große Dichter Johann Wolfgang von Goethe seinerzeit ein Gedicht gewidmet hat – darf genauso wenig fehlen wie diverse andere Osterbräuche, welche je nach Region verschieden sind. Allen gemein ist dagegen die Freude über die Natur, die endlich aus ihrem Winterschlaf erwacht ist.

Das ganze Jahr über pflegen viele Familien Feste und Rituale. Wie entstehen sie? Welche Bedeutung haben sie? Und warum sind sie gerade für Kinder so wichtig. Viele Menschen pflegen Rituale und Bräuche. Gerade im Familienleben erfüllen sie einen Sinn. Die Berliner Diplom-Psychologin Sabine Deitschun erklärt, wie sie entstehen und wieso wir sie brauchen.

 

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Die Pflege von Ritualen ist etwas typisch Menschliches. Es gibt sie in allen Kulturen und Religionen, gerade zu Festtagen. Für die Einführung der sogenannten Alltagsrituale sorgen in der Regel die Eltern. Aber auch Großeltern, Tanten und Onkels können eigene Rituale mit dem Nachwuchs pflegen. Das kann der Zoobesuch sein oder das gemeinsame Eierfärben oder Kuchen backen. Später üben Erzieher und Lehrer Rituale mit den Kindern ein.

Und das hat gute Gründe:

Zum einen entlasten die Rituale im Alltag. Beispiel Zubettgehen: Wer ein Ritual pflegt, etwa das Vorlesen, muss den Ablauf nicht immer neu regeln und diskutieren. Vor allem aber schaffen Rituale Sicherheit und Verlässlichkeit und tragen damit zu Ruhe und Entspannung bei.

Und, ganz wichtig: Rituale transportieren Werte.

Zu den typischen Familienwerten gehört, dass man sich wertschätzt, aufeinander achtet und sich zusammengehörig fühlt. Mit Ritualen kann man solche Werte sehr gut pflegen. Beim gemeinsamen Essen etwa schenkt man sich Aufmerksamkeit, tauscht sich aus, schmiedet Pläne. Es geht um mehr als um die Nahrungsaufnahme. Das unterscheidet ein Ritual übrigens auch von einer Regel oder Gewohnheit.

Eltern können sich sicher sein: Als angenehm empfundene Rituale werden mitgenommen. Warum sonst lassen sich Kinder immer noch gern vorlesen, auch wenn sie selbst schon längst lesen können? Das gemeinsame Lesen erfüllt ihr Bindungsbedürfnis, es bietet auch die Möglichkeit zum Gespräch.

Rituale brauchen Zeit

Rituale zu erhalten braucht schließlich nicht nur Zeit, sondern auch Kraft. Ein gemeinsames Essen ist mehr Aufwand, als wenn sich jeder etwas aus dem Kühlschrank nimmt. Und es muss jemanden geben, der dafür sorgt, dass das Ritual eingehalten wird. Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Bereitschaft, etwas für das „Wir“ zu tun, abnimmt. Leider! Denn das Bedürfnis danach gibt es nach wie vor. Gerade in der modernen Zeit, in der wir in sozialen Netzwerken alles mit allen austauschen und immer ansprechbar sind, ist die Möglichkeit zum Rückzug in einen vertrauten und sicheren Zirkel, ist eine Familienidentität umso wichtiger.

 

Mit Informationen aus Familie.de

 

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