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Abtreibung in Frankreich: Das Licht am Ende des Tunnels

Antony Burckhardt

 

Frankreich gehörte zu den ersten europäischen Ländern, die Abtreibungen genehmigt haben. Im Jahr 1975 stimmte die Zentrum-Rechts-Regierung von Jacques Chirac mit der Unterstützung der Linken für die Legalisierung der freiwilligen Schwangerschaftsunterbrechung, ein Pleonasmus, der das ungeborene Kind leugnet. Das Projekt, geleitet von der Gesundheitsministerin Frau Simone Veil, wurde angesichts des Problems der illegalen Abtreibungen als ein kleineres Übel dargestellt, dessen Zahlen von denjenigen, die eine Gesetzesänderung forderten, aufgebläht wurden, um den Eindruck eine Krisensituation zu erwecken, sowohl in Bezug auf die Gesundheit als auch die Einhaltung des Gesetzes. Um den Text für die Öffentlichkeit annehmbar zu machen, verzichtete Frau Veil darauf, von “Gesetz” zu sprechen, und zog es vor, eine dramatische Handlung heraufzubeschwören, die außergewöhnlich bleiben sollte.

Markiert das Veil-Gesetz den Beginn einer furchtbaren Flucht nas vorn

Aber wie es vorhersehbar war, markierte das Veil-Gesetz den Beginn einer furchtbaren Flucht nach vorn. 1982 wurde die Abtreibung teilweise von der Sozialversicherung, d.h. vom Steuerzahler, erstattet. Im Januar 1993 wird der Straftatbestand der Behinderung der “Abtreibung” geschaffen. Der Versuch, eine Abtreibung zu verhindern, wird mit zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro geahndet. Im Jahr 1999 wird die “Pille danach” über den Ladentisch in Apotheken verkauft. Sie wird ab dem Jahr 2002 kostenlos für Minderjährige ausgegeben. Im Jahr 2001 verlängert sich die gesetzliche Abtreibungsfrist von 10 auf 12 Schwangerschaftswochen. Minderjährige können ohne Erlaubnis der Eltern abtreiben. Im Jahr 2013 wird die Abtreibung zu 100 Prozent erstattet, mehr als die Geburtshilfe. Im Jahr 2014 wurde die gesetzliche Reflexionsphase vor einer Abtreibung und die Notwendigkeit, eine Notsituation zu deklarieren, abgeschafft. Im Jahr 2017 wird der Straftatbestand der Behinderung der “Abtreibung” auf diejenigen ausgedehnt, die im Internet versuchen, Frauen von der Abtreibung abzuhalten.

Diese Schurkengesetze sind jedoch noch nicht ausreichend für die Abtreibungslobby, die nun fordert die Einführung des “Rechts” auf Abtreibung in die Verfassung und die Abschaffung der Gewissensklausel, die es den Ärzten erlaubt, die Durchführung einer Abtreibung zu verweigern. Das Ergebnis dieser verrückten Politik ist, dass jedes Jahr mehr als 210.000 ungeborene Kinder in Frankreich abgetrieben werden, was im Durchschnitt bedeutet: alle 3 Minuten eine Abtreibung.

Kirchliche Selbstzerstörung – Desaster für die Gesellschaft

Begrenzten Reaction der öffentliche Meinung in Frankreich

Zum Zeitpunkt seiner Verabschiedung führte das Gesetz von 1975 leider zu einer begrenzten Reaktion der öffentlichen Meinung, insbesondere des Episkopats. Simone Veil sagte in ihren Memoiren, dass “mit der katholischen Kirche alles besser ging, als ich befürchten konnte” und fügte hinzu: “Ich sprach mit dem Prälaten, der für diese Probleme zuständig war in der katholischen Hierarchie. Er hat nicht versucht, mich davon abzubringen.”

Es ist fast wundersam, dass heute in der Abtreibungsmauer einige Risse auftreten. Der Marsch für das Leben von Paris, der die Abschaffung des Veil-Gesetzes fordert, zeigt daher Jahr für Jahr mit der Anwesenheit vieler junger Menschen einen wachsenden Erfolg, während die feministischen Bewegungen am Ende des Rennens zu sein scheinen und nicht in der Lage sind, zu rekrutieren.

Auf der anderen Seite sind immer zahlreicher die Ärzte, die sich weigern, Babys im Schosse ihrer Mütter zu töten. Im Januar 2018 hörte ein öffentliches Krankenhaus zum ersten Mal auf, Abtreibungen durchzuführen, weil drei von vier Gynäkologen sich weigerten, Mörder zu werden.

Im Internet, den Schlachtfeldern von heute, hat die Pro-Life-Bewegung die Führung über ihre Gegner übernommen. Die Präsidentin der Familienplanung, Véronique Séhier, hat der Zeitschrift Obs im Juni 2017 ihre Besorgnis ausgedrückt: “Die Abtreibungsgegner haben in den Medien gewonnen! Sie sind jung, effizient, sie sind in sozialen Netzwerken aktiv.”

Nach Jahrzehnten der Dunkelheit und Millionen kleiner Opfer bereitet sich Frankreich vielleicht darauf vor, endlich das Ende des Tunnels zu sehen … “Die Menschen werden kämpfen und Gott wird den Sieg bringen”, sagte die Heilige Johanna von Orléans.

 

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