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Das Buch „Sakrileg“ ist ein Angriff auf den katholischen Glauben

Der Roman Sakrileg vermischt gnostische Konzepte mit plumpen Erfindungen, einige davon geradezu lächerlich, denen der Autor dann geschichtlichen Wert gibt. Mit diesen Fabeleien verursacht er bei den Lesern verheerende Glaubenszweifel. In der ganzen Welt wurden schon 35 Mio. Exemplare verkauft. Der Film – eine bedeutende Hollywood-Produktion – wird im Mai 2006 auf der ganzen Welt in den Kinos gezeigt. Er wird auch bei der Eröffnung des Cannes-Festivals 2006 präsentiert.

Man kann das Buch „Sakrileg“ natürlich leichtfertig als einen Roman abtun, mit dem man sich in Wartezimmern und auf Reisen die Langeweile vertreibt. Es ist jedoch mehr als das. Der Werbetrailer zum Film verdeutlicht auf anschauliche Weise die von diesem Roman geschaffene Atmosphäre. Während im Hintergrund New Age Musik läuft, spricht eine geheimnisvolle Stimme von einer „Botschaft, die jahrhundertlang verborgen gehalten wurde …, von einem Geheimnis, das den Verlauf der Menschheitsgeschichte für immer verändern kann.“ Und zum Schluß heißt es: „Egal, an was du geglaubt hast, egal, an was du glauben magst, das Geschehen nimmt seinen Lauf.“

Das Geheimnis, von dem hier die Rede ist, und auf dem der Roman von Dan Brown beruht, ist die Behauptung, daß „fast alles, was uns unsere Väter über Christus gelehrt haben, falsch ist“.

„Sakrileg“ erhebt den Anspruch, uns das „wahre Evangelium“ zu zeigen und den Beweis zu erbringen, daß Jesus Christus nicht Gott ist. Es handelt sich demnach also um ein Buch, das unter dem Deckmantel reiner Fiktion religiöse „Apologetik“ betreibt – eine „Apologetik“ allerdings, die den heidnischen Okkultismus, d. h. die Gnostik zu rechtfertigen sucht.

Oft fühlen sich gerade diejenigen, die sich weigern, ein religiöses Buch in die Hand zu nehmen, von der Lektüre eines Romans angezogen, in dem der Verfasser inmitten einer spannenden, abenteuerlichen und geheimnisvollen Handlung religiöse Grundsätze entwickelt. Während sie gespannt das Geschehen verfolgen, nehmen solche Leser wenigstens einen Teil der darin enthaltenen religiösen Botschaft in sich auf.

In dem spannungsgeladenen Text des Buches „Sakrileg“ wird unter anderem behauptet, daß das Neue Testament nichts anderes sei als ein Werkzeug, mit dem die Kirche das Volk über den wahren Christus täusche. Das Buch stützt sich in seiner Erzählung des Lebens Christi auf gnostische Quellen wie etwa das „Philippus-Evangelium“ und das „Evangelium der Maria Magdalena“. Um dieses Vorgehen zu rechtfertigen, führt der Verfasser an, daß dies „die ältesten christlichen Quellen“ und „die wahren ursprünglichen und unverfälschten Evangelien“ seien.

Erfundene „Dokumente“ ohne geschichtliche Grundlage

In seiner Einführung verweist Brown auf ein „Priorat von Sion“, das 1099 von Gottfried von Bouillon gegründet worden sei. Er führt diese Information auf zweifelhafte Unterlagen zurück, die 1975 in der Bibliothèque Nationale in Paris entdeckt worden sein sollen und die er als „les dossiers secrets“ (die Geheimakten) bezeichnet. Zum Schluß seiner Einführung versichert er dem Leser die Genauigkeit seiner Beschreibungen. Im Kopf des Lesers entsteht also der Eindruck, daß die nun folgende romanhafte Handlung Glaubwürdigkeit verdiene.

In den Mittelpunkt seiner absurden, gotteslästerlichen Geschichte stellt der Verfasser eine angebliche Ehe zwischen unserem Herrn Jesus Christus und der heiligen Maria Magdalena. Die aus dieser Ehe hervorgegangene Tochter sei der Ursprung eines göttlichen Geschlechts geworden. Um leichtgläubige Leser zu beeindrucken, läßt Brown eine der Romangestalten – Sir Teabing – behaupten, daß diese Nachkommenschaft von Jesus Christus und Maria Magdalena laut zahlreichen „Historikern“ glaubwürdig sei. In Wirklichkeit handelt es sich bei diesen Historikern um okkultistische Schriftsteller, die sich auf „ein Spektrum allgemein als ‚esoterisch’ angesehener Lehren berufen, und zwar auf Astrologie, Alchemie, Kabbala, Nummerologie, Tarot und heilige Geometrie“. Eine der von Dan Brown zu Rate gezogenen Autorinnen ist zum Beispiel Delke Begg, eine praktizierende Astrologin der London Faculty of Astrological Studies.

Diese angeblichen „Historiker“ machen allerdings keinen Unterschied zwischen Wirklichkeit und Vorstellungskraft. So verrät etwa Margaret Starbird, auf deren Aussagen sich Dan Browns Behauptung einer angeblichen Ehe unseres Herrn Jesus Christus mit Maria Magdalena vor allem stützt, ohne Umschweife: „Meine Geschichte von Maria Magdalena und der kleinen Sarah (der angeblichen Tochter unseres Herrn) … ist Fiktion. … Natürlich kann ich nicht beweisen …, daß Jesus geheiratet hat oder daß Maria Magdalena die Mutter seiner Tochter war.“

Katholische Schurken und okkultistische Helden

„Sakrileg“ erhebt den Anspruch, uns das „wahre Evangelium“ zu zeigen und den Beweis zu erbringen, daß Jesus Christus nicht Gott ist.

Liest man Sakrileg mit Aufmerksamkeit und versucht man, den eigentlichen Faden der Ereignisse zu verfolgen, ohne auf die literarischen Tricks hereinzufallen, die Verwicklungen schaffen, um Spannung zu erzeugen, stößt man letztendlich auf eine lächerliche Geschichte mit einem absurden Handlungsablauf. Fassen wir diesen einmal kurz zusammen:

Ein Papst steht der katholischen Organisation Opus Dei feindlich gegenüber und beschließt, diese abzuschaffen. Der Opus Die – Prälat erhält den mysteriösen Anruf eines Unbekannten, der ihm einen Pakt anbietet: Der Anrufer werde ihm den heiligen Gral übergeben, falls Opus Dei ihm eines seiner Mitglieder zur Verfügung stelle, das ihm blind gehorchen müsse. Der Prälat erweist sich (gegen alle Glaubwürdigkeit) als so naiv und amoralisch, daß er sich auf das absurde Angebot des Unbekannten einläßt.

Der Unbekannte, ein okkultistischer Gnostiker und Feind der Kirche – wie sich später herausstellt – veranlaßt nun das angebliche Opus Die – Mitglied, mehrere Menschen umzubringen, unter anderem den Leiter des Pariser Louvre-Museums. Dieser Direktor des Museums ist angeblich der Großmeister eines okkultistischen Geheimbundes mit dem Namen „das Priorat von Sion“. Einer der Anführer des Ersten Kreuzzuges, Gottfried von Bouillon, soll der Gründer dieses Geheimbundes gewesen sein. Die Templer, die als Okkultisten hingestellt werden und die heilige Maria Magdalena als ihre Göttin verehrt haben sollen, werden als der „bewaffnete Arm“ dieses Priorats angeführt.

Auch Leonardo da Vinci soll angeblich einer der Großmeister des Priorats von Sion gewesen sein. In seinen Gemälden strotze es nur so von Hinweisen auf Okkultismus. So habe er etwa in seinem Abendmahl die heilige Maria Magdalena dargestellt anstelle des heiligen Johannes des Evangelisten, was der gängigen Auffassung des Bildes widerspricht. Mit dieser Auslegung will Dan Brown beweisen, daß Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war. In dem berühmten Bild der Mona Lisa habe Leonardo sich selbst in Frauenkleidern dargestellt.

Die Enkelin des okkultistischen Louvre-Direktors und ein amerikanischer Professor für „Religionssymbologie“ werden mit dem vom „Mönch” des Opus Dei begangenen Mord in Verbindung gebracht. Ein katholischer Polizeikommissar verfolgt die beiden, um die katholische Organisation vom Mordverdacht zu befreien. Daraufhin beginnt eine wilde Verfolgungsjagd durch Paris, durch ganz Frankreich und schließlich durch England und Schottland. Die beiden fliehen vor dem „Mönch“ und suchen gleichzeitig den heiligen Gral.

Anders als in der mittelalterlichen Legende, ist der Gral nun nicht mehr der Kelch, in dem Unser Herr Jesus am Gründonnerstag sein Blut konsekriert und Josef von Arimatäa das von Jesus am Kreuz vergossene Blut aufgefangen hat, sondern der Leib der heiligen Maria Magdalena. Denn diese sei eine Göttin, die mit Jesus verheiratet gewesen sei und deren Nachkommen als göttliches Geschlecht bis heute fortleben würden.

Inmitten dieser Rennerei finden die Enkelin des Museumsleiters und der amerikanische Professor Gelegenheit, allerlei gnostische Behauptungen zu diskutieren und die Kirche zu kritisieren. Schließlich gesellt sich auch der Okkultist zu ihnen, der hinter der ganzen Machenschaft steckt. Er kann nun erklären, daß die Gnostik die wahre Religion und die katholische Kirche ein großer Betrug sei. Nach seiner Anschauung ist Unser Herr Jesus Christus weder Gott noch der Gründer der Kirche. Diese sei vielmehr vom Kaiser Konstantin gegründet worden. Auch die Bibel sei das Werk dieses Kaisers, der damit den „Mythos“ von der Göttlichkeit Jesu Christi in die Welt gesetzt habe. Ursprünglich sollte die Kirche nicht vom heiligen Petrus geleitet werden, sondern von Maria Magdalena (als Beweis dafür werden die „gnostischen Evangelien” angeführt).

Am Ende können die beiden ihren Verfolgern entrinnen und der amerikanische Professor entdeckt den „wahren heiligen Gral”, nämlich den Sarg der heiligen Maria Magdalena, mitten in Paris. Mit einer Geste der Vergötterung kniet er vor dem Sarg nieder und betet ihre sterblichen Überreste an.

Der Roman Sakrileg ist abzulehnen

Sakrileg ist kein historischer Roman. Er ist ein Produkt der Phantasie, der mit seiner betörenden Erzählung gnostische Glaubensinhalte über das Leben Jesu und die Kirche zu verbreiten trachtet. Ein nicht aufmerksamer Leser läßt sich von der Erzählung des Handlungsablaufs leicht dahingehend beeinflussen, daß er die gnostische Propaganda gar nicht erkennt. Ohne sich dessen bewußt zu werden, wird er vielleicht vom Zweifel angesteckt: Ob Brown nicht doch Recht hat? Hat die Kirche vielleicht doch 2000 Jahre lang die wahre Geschichte Jesu verheimlicht?

Auch wenn sich Sakrileg als eine reine Fiktion vorstellen und nicht auf angeblich glaubwürdige Unterlagen verweisen würde, verdiente das Buch wegen seines gotteslästerlichen Angriffs auf den katholischen Glauben unsere entrüstete Ablehnung. Beleidigungen und Unterstellungen wie diese spornen uns zu Wiedergutmachung und zum Handeln an. Wir beten Christus als Gottmenschen an und glauben an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche – den mystischen Leib Christi. Aus diesem Grund lehnen wir die Lästerungen eines Dan Brown gegen unseren anbetungswürdigen Erlöser entschieden ab und ebenso seine geschichtlich falschen, illusorischen Behauptungen, daß Konstantin die Kirche gegründet und den Glauben an die Gottheit Christi den Menschen aufgezwungen habe.

Wenn wir unseren Glauben auf diese Art und Weise angegriffen und Gott beleidigt sehen, fühlen auch wir uns als seine Kinder beleidigt und zum Protest verpflichtet.

Unser friedlicher Protest erweist sich als besonders dringlich, wenn man bedenkt, daß Sakrileg nicht irgendein kaum beachteter Unterhaltungsroman ist, sondern ein von der Werbung überaus geförderter Bestseller, von dem inzwischen weltweit über 35 Millionen Exemplare verkauft wurden. Auch Hollywood hat inzwischen riesige Mittel in die Verfilmung des Machwerks investiert. Es setzt damit alles daran, der im Buch enthaltenen Botschaft des Autors mit allen ihren Unwahrheiten mit Hilfe seiner unvorstellbaren Propagandamaschinerie noch weitere Verbreitung rund um die Welt zu ermöglichen.

Anders als ihre Feinde verfügt die katholische Kirche über keinerlei Geheimnisse oder verborgene Codes, und deshalb hat sie sich auch nie gescheut, die ganze Wahrheit zu verkünden. Es ist nichts als anmaßende, vergebliche Prahlerei der Filmpromoter, wenn sie „die Grundfesten des Christentums zu erschüttern“ oder „den Lauf der Geschichte für immer zu verändern“ versprechen.

In dieser unserer unsicheren Welt, in der wir von Terrorismus, Drogen, Krankheiten und Überfällen bedroht sind, steht uns auch das Recht und die Pflicht zu, gegen die in einem derartigen Angriff auftauchenden sittlichen und geistigen Gefahren Vorbeugungen zu treffen. Denn, indem „Sakrileg“ unseren Glauben, unsere Überzeugungen und Prinzipien bedroht, will uns Dan Brown in unserer tiefsten Seele treffen. Darum besteht unsere beste Verteidigung darin, daß wir uns mit aller Entschiedenheit und Überzeugung dieser gewaltigen Welle von Gotteslästerungen widersetzen.

Die verworrene Theorie der Gnostik

Kurz zusammengefaßt und reduziert auf das Kennzeichnende dieses okkultistischen und initiatischen Religionssystems kann man sagen, daß die Gnostik (griechisch: Kenntnis oder Weisheit) die Schöpfung des Menschen und der Welt einem bösen „Gott“ zuschreibt, der einige göttliche Teilchen in die Materie hineingelegt habe.

Für die Gnostiker ist dieser böse Demiurg genannte „Gott“ dem Gott der Bibel gleichzusetzen, den wir Christen anbeten und verehren. Für sie hat es auch nie einen Sturz der bösen Engel oder die Erbsünde, ja nicht einmal persönliche Sünden gegeben. Das Böse stecke allein in der Materie und – im Falle des Menschen – im menschlichen Körper.

Statt den Menschen als eine wesentliche Vereinigung von Leib und Seele zu betrachten, sehen ihn die Gnostiker als einen im Körper gefangen gehaltenen Geist. Sie verachten daher den Körper und alles, was zur Fortpflanzung des Menschen führt, somit den rechten Vollzug der Ehe.

Da sie den Begriff der Sünde im christlichen Sinn des Wortes nicht anerkennen, fehlt ihnen auch der Begriff der Erlösung, und deshalb lehnen sie auch den Gedanken der Göttlichkeit Jesu Christi ab. Die Rettung liegt für sie in einer „Erleuchtung“ des Verstandes, die es dem Menschen erlaube, unmittelbaren Kontakt zu der in ihm selbst gefangen gehaltenen Göttlichkeit aufzunehmen. Diesem Zwecke dienen auch magische Handlungen, die den Menschen von eben diesem stofflichen Leib befreien sollen.

Gewöhnlich sind die Gnostiker auch Vertreter der Idee der Reinkarnation. Erst nach einer Reihe von Wiedergeburten könne sich das göttliche Teilchen endgültig aus der Verbindung mit der körperlichen Materie lösen. Wie bei allen Absurditäten sind die vom Gnostizismus angeführten Erklärungen für die Wiedergeburt die widersprüchlichsten und verworrensten, die man sich vorstellen kann.