Die Radikalität der Gender-Revolution und warum es so wichtig ist, diese zu bekämpfen.

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Mathias Gersdorff

US-amerikanische Nutzer von Facebook können eine von 58 sexuellen Identitäten für ihre Profilangaben wählen. Damit wird in diesem sozialem Netzwerk die in Frageform formulierte Zielvorgabe Judith Butlers in ihrem bekanntesten Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ aus dem Jahr 1990 implementiert: „Wie kann man am besten die Geschlechter-Kategorien stören, die die Geschlechter-Hierarchie (gender hierarchy) und die Zwangsheterosexualität stützen?“ Für Judith Butler ist die „Geschlechtsidentität“ ein Produkt der politischen und kulturellen Machtverhältnisse. Die „binäre Beziehung“ Mann und Frau dient der Aufrechterhaltung einer Machtkonstellation. Um diese zu überwinden, muss der Begriff „Gender“ überwunden werden. „Die Kategorie ‚Geschlecht‘ ist die politische Kategorie, die die Gesellschaft als heterosexuell begründet“, zitiert Butler die Feministin Monique Wittig (1935- 2003). Um diese „Machtstrukturen“ bzw. die Polarität Mann-Frau zu überwinden, soll das Geschlecht nicht mehr als „innere Wahrheit“ der Identität gelten, sondern als eine Inszenierung aufgefasst werden. Dies soll durch das Anstiften einer „Geschlechter-Verwirrung“ (Gender Trouble) geschehen. Butlers Ausgangspunkt war eine Kritik des klassenkämpferischen Feminismus. Susanne Schröter beschreibt die epochale Bedeutung Butlers in „FeMale –Über Grenzverläufe zwischen den Geschlechtern (…) seit dem Erscheinen von Judith Butlers Buch ‚Gender trouble‘ (…) ist es populär, von Geschlecht als sozialer Konstruktion zu reden (…)“

Es ging immer schon um mehr

Das Geschlecht wird nicht als fest, sondern als willkürlich aufgefasst. Das Geschlecht ist vielmehr ein Fluidum von Daseinsformen. Überraschend ist ein solcher Schritt nicht, denn von Anfang an strebten die Verfechter der „Homo-Ehe“ oder der „gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ viel mehr an als nur die Durchsetzung der Homosexualität als gesellschaftliche Norm. Sie wollten die Überwindung der Polarität der Geschlechtsformen.

Indoktrination in den Schulen für ein „Fluidum von Geschlechtsdaseinsformen“

Dass es zumindest für einen Teil der Homo-Lobby von Anfang an um viel mehr ging, als um die Einführung von Sonderrechten für homosexuelle Personen, dokumentiert Stefan Timmermanns „Evaluation schwul-lesbischer Aufklärungsprojekter in Schulen“, „Keine Angst, die beißen nicht!“. Er schreibt: „Ein solcher Perspektivenwechsel muss zusätzlich mit einer Relativierung der Kategorien sexueller Orientierung sowie der Kategorien der Geschlechter einhergehen. Denn die scheinbare Eindeutigkeit konstruierter Systeme, die die Menschen entweder in ‚Männer‘ oder ‚Frauen‘ bzw. ‚Hetero‘-oder ‚Homosexuelle‘ einteilen, ist die Grundlage eines binären, biologischen, essentialistischen, fundamentalistischen und totalitären Denkens, das die Welt nur in Polaritäten wahrnehmen will und kann. … In letzter Konsequenz läuft diese Perspektive auf eine moralische Unterscheidung in ‚Gut‘ und ‚Böse‘ hinaus. Hier wird deutlich, dass es beim Gerede von „Akzeptanz sexueller Vielfalten“ in Wahrheit um die Implementierung einer Ideologie und einer revolutionären Anthropologie geht und nicht um die Bildung eines Klimas der Toleranz, wie das die Befürworter der Gender-Lehrpläne verharmlosend behaupten. Für die Sozialingenieure steht schon seit langem fest, dass auch in den Schulen diese Dekonstruktion der „Geschlechtsidentitäten“ hin zu einem Fluidum von „Geschlechtsdaseinsformen“ vorangetrieben werden soll.

Hinter dem Genderismus steht keine Bürgerbewegung

Die Bischofskonferenzen Portugals, Polens und der Slowakei sowie der Bischof von Chur, Vitus Huonder, haben in letzter Zeit Pastoralbriefe gegen den „Genderismus“ veröffentlicht. Papst Benedikt XVI. erklärte zu dieser revolutionären Ideologie am 21. Dezember 2012, also wenige Woche vor seinem Rücktritt: „Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig.“ Er führte aus: „Der Mensch bestreitet, dass er eine von seiner Leibhaftigkeit vorgegebene Natur hat, die für das Wesen Mensch kennzeichnend ist. Er leugnet seine Natur und entscheidet, dass sie ihm nicht vorgegeben ist, sondern dass er selber sie macht.“ Für Papst Franziskus ist Gender nichts Geringeres als ein Weltkrieg gegen die Ehe. Sollten diese Reaktionen Beständigkeit entwickeln, ist es nicht naiv, anzunehmen, dass sie entscheidend das Vordringen des „Genderismus“ schwächen. Diese Doktrin ist wider die Vernunft und widerspricht der wahren Anthropologie. Hinter ihr gibt es keine relevante Bürgerbewegung. Der Genderismus ist im Wesentlichen ein Produkt von Lobbyarbeit und Medienkampagnen und konnte nur aufgrund der mangelnden Reaktion so weit kommen. Deshalb muss dieser Kampf gegen Gender noch viel größer werden.

 

 
Sehen Sie unten einige Fotos von unserer letzten Kampagne gegen Gender in der Schule