Beispiele von Absurditäten im Buch „Da Vinci Code“

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Unter dem Titel „Fakten“ betont Dan Brown am Anfang, daß in seinem Buch alle Kunstgegenstände, die Architektur, die Dokumente und die geheimen Rituale wahrheitstreu beschrieben und wiedergegeben sind. Damit hofft er, die Glaubwürdigkeit seiner Theorie zu erhärten.

Aber fast alle „Fakten“ sind falsch und werden manchmal in lächerlicher und grober Weise dargestellt. Hier einige Beispiele, die zeigen, wie wenig ernst zu nehmen seine Erzählung ist.

Sollten Sie jemanden sagen hören – „Was ist nun, wenn Da Vinci Code recht hat?“ – dann zeigen Sie ihm einfach einige dieser zahlreichen Absurditäten auf:

  Der fanatische „Mönch“ Silas, ein Mitglied des Opus Dei, ermordet die Feinde Gottes, der wiederum ihm im Voraus vergibt. Der Mörder Silas glaubt, daß eine Kasteiung genügt, um von dieser Sünde gereinigt zu werden (Kap. 2).
Tatsache ist aber, daß schon jedes Erstkommunionkind weiß, daß es nichts gibt, was diese Todsünde rechtfertigen kann, und daß solche Sünden nur durch die Lossprechung in der Beichte, begleitet von wahrer Reue und dem Vorsatz, nicht mehr zu sündigen, vergeben werden können. Aber dieser erzkatholische Mönch Silas weiß davon nichts.

  Die Kirche Saint-Sulpice in Paris sei auf den Ruinen eines Tempels, welcher der ägyptischen Göttin Isis gewidmet war, gebaut worden. Laut Dan Brown sei dies eine Tatsache, die so bekannt sei, daß man keine Erklärung und keinen Beweis dafür geben muß. Ja, jeder kenne die ägyptischen Kulte in Paris, wo sie am meisten zu finden seien… (Kap. 19).
Eine komplett lächerliche Aussage.

  Die Geschichte des „Priorats von Sion“ erstreckt sich über ein Jahrtausend, es ist doch 1099 gegründet worden… (Kap. 39). Also, tausend Jahre gezählt von 1099 und wir sind in 2099. Es scheint, daß der Autor mit Zahlen nicht so ganz bewandert ist.

  Gottfried von Bouillon war ein französischer König, der das „Priorat von Sion“ gegründet hat. (Kap. 37) Fakt ist: Gottfried von Bouillon war kein Franzose, sondern entstammt dem Herzogtum Lothringen, das damals Frankreich nicht angehörte. Er wurde in der Nähe von Brüssel geboren und weigerte sich, nach dessen Eroberung den Titel „König von Jerusalem“ anzunehmen. Was das Priorat von Sion anbelangt, so wurde es erst 1956 von Pierre Plantard gegründet.

  Der Name von Maria Magdalena wurde von der Kirche verboten. (Kap. 60) Sie, lieber Leser, kennen also den Namen von Maria Magdalena nicht, weil dieser durch die Kirche verboten wurde…. Ah ja, Sie kennen ihn doch?

  Die Merowinger haben die Stadt Paris gegründet, wie angeblich jeder Grundschüler weiß (Kap. 60). Tatsächlich wurde Paris siebenhundert Jahre vor den Merowingern gegründet. Kein Grundschüler ist so dumm wie der Autor von „Da Vinci Code“.

  … und nicht einmal in Paris kennt sich Dan Brown aus: Die Züge nach Lille fahren vom Bahnhof St. Lazare ab. (Kap. 36) Tatsächlich fahren sie aber vom Nordbahnhof.

  Wenn man das Hotel Ritz verlässt, um zum Louvre zu gelangen, fährt man nach Süden an der Oper vorbei (was ein großer Umweg wäre), dann überquert man den Platz Vendome (wo sich in Wirklichkeit das Hotel Ritz befindet, aber das scheint den Autor nicht zu stören) und gelangt zur Kreuzung der Rue de Rivoli, man fährt geradeaus … (frontal in die Gartenmauer der Tuilerien!), und fährt weiter (durch die Alleen des Gartens, die für den Autoverkehr geschlossen sind und quer durch einige Gartenbeete) bis zum Hof des Louvre (Kap. 3). Die Louvre-Pyramide soll angeblich, auf Anweisung von Mitterrand, „genau“ 666 Glasscheiben haben, was einen ganzen Haufen von Dingen „beweisen soll“. (Kap. 4)
In Wirklichkeit hat sie 673 Glasscheiben, was überhaupt nichts beweist.

  Die Olympischen Spiele fanden in der Antike alle 4 Jahre statt zur Ehre des „Halbkreises“ des Planeten Venus am Himmel, der mit der Göttin Venus gleichzusetzen ist. Er zeichnet ein „vollendetes“ Pentagramm, ein Symbol, das man in den olympischen Ringen wiederfindet. (Kap. 6)
In Wirklichkeit ist Venus aber eine römische und keine griechische Göttin; außerdem wurden die Olympischen Spiele zu Ehren von Zeus organisiert, weit davon entfernt, ein Kult von einer „weiblichen Gottheit“ zu sein, denn Frauen war damals der Zugang zu den Spielen verboten. Sie wurden sogar mit der Todesstrafe bedroht, sollten sie in Olympia, wo die Spiele stattfanden, erscheinen. Kein Astronom der Welt würde wagen zu behaupten, daß die Bewegung des Planeten Venus ein Pentagramm darstellt. Was die Olympischen Ringe betrifft versinnbildlichen sie die fünf Kontinente und wurden 1913 von Pierre de Coubertin gezeichnet. 1920 wurden sie dann als Symbol der Olympischen Spiele angenommen.

  Mona Lisa sei das Anagram des ägyptischen Gottes der männlichen Fruchtbarkeit Amon und der ägyptischen Göttin der weiblichen Fruchtbarkeit Isis oder „Isa“. Das sei die göttliche Vereinigung des Männlichen und des Weiblichen, das im Gemälde versinnbildlicht werde. Dies sei das kleine Geheimnis des Leonardo da Vinci, erklärt Prof. Langdo (Kap. 26).
In Wahrheit ist der ägyptische Gott Amon nicht der Gott der männlichen Fruchtbarkeit, sondern ein Sinnbild der Sonne. Die Göttin Isis war nie und nirgends unter dem Namen Isa bekannt. Außerdem gab Leonardo da Vinci seinen Gemälden keinen Namen. Deshalb konnte er auch keine esoterische Botschaft durch das Anagram Mona Lisa „kodieren“. Erst lange Zeit nach dem Tod von Lisa Gherardini, der Ehefrau von Francesco del Giocondo, wurde das Porträt von ihr unter dem Namen „Mona Lisa“ bekannt. Mona ist eine Verkleinerung von Madonna, Frau. Die Idee, daß Leonardo da Vinci unter den Zügen einer Frau sich selbst porträtiert hätte, wird heutzutage von keinem Kunstkenner vertreten.