Lernen, um den Stürmen der Geschichte zu trotzen – Sommerakademie 2007

Sommerakademie, Veranstaltungen

Sommerakademie 2007

Lernen, um den Stürmen der Geschichte zu trotzen

John Horvat II *
 

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Zwei Amerikaner, ein Ire und ein junger Mann aus Paraguay wurden als Mitglieder der TFP ihres Heimatlandes aufgenommen.

Eingebettet in die Ausläufer der österreichischen Alpen steht in Gaming die historische Kartause aus dem 14. Jahrhundert. Seit dem Mittelalter hat dieses Kloster den Stürmen der Geschichte standgehalten. Es hat gute und schlechte Zeiten, Stabilität und Revolution, Frieden und Krieg erlebt.

So war die Kartause der geeignete Platz für die 7. Sommerakademie, die auf Einladung der TFP Frankreich und Österreich vom 29. Juli bis 3. August 2007 abgehalten wurde. Mehr als 130 Teilnehmer, Studenten und Freunde aus aller Welt waren anwesend.

Vortrag Öffentliche Kampagnen in Polen

Das Thema des sechstägigen Sommer-Programms konzentrierte sich auf diese Stürme in der Geschichte, welche die Kartause überstanden hat. Es wurde der Kampf der Kirche in der weltlichen Gesellschaft angesichts ihrer internen und externen Feinde behandelt, besonders jener Feinde, welche die Kirche heute bedrohen.

Tatsächlich schien etwas von diesem Kampf in der Luft zu liegen als zwei Amerikaner, ein Ire und ein junger Mann aus Paraguay als Mitglieder der TFP ihres Heimatlandes aufgenommen wurden. Die Aufnahmefeier fand im schützenden Gewölbe der Kartause-Kapelle statt. Draußen wütete ein Sommergewitter. Drinnen herrschte unter dem Schutz der Muttergottes Ruhe und Frieden.

Besondere Gäste

Dr. Caio Xavier da Silveira, Bischof Rodolfo Laise, Prinz Luiz von Orleans-Bragança
Dr. Caio Xavier da Silveira, Bischof Rodolfo Laise, Prinz Luiz von Orleans-Bragança

Der besondere Ehrengast dieser TFP-Konferenz war natürlich die Muttergottes selbst, die durch die Pilgerstatue unserer Lieben Frau von Fatima zugegen war. Während der Anwesenheit der Statue in der Kapelle des Hauses wurde ununterbrochen Gebetswache gehalten, um den Segen unserer Lieben Frau und ihres Göttlichen Sohnes auf alle Aktivitäten der so zahlreichen TFP-Organisationen in der ganzen Welt herabzurufen. Delegationen einzelner Länder begrüßten die Statue mit traditionellen Hymnen aus ihrer Heimat.

Eine besondere Ehre für uns war die Anwesenheit von Bischof Juan Rodolfo Laise, em. Bischof aus San Luis (Argentinien), der mit seinen feurigen Ansprachen Begeisterung hervorrief. Ein weiterer Ehrengast war Prinz Luiz von Orleans-Bragança aus Brasilien, dem wir einen interessanten Vortrag verdanken.

Vortrag über die Kreuzzüge
Vortrag über die Kreuzzüge

Programm der Vorträge und Studienkreise

Das Kernprogramm bestand aus einer Anzahl gut vorbereiteter Vorträge – in sieben Sprachen simultan übersetzt – basierend auf der historischen Perspektive des Buches Revolution und Gegenrevolution von Prof. Plinio Corrêa de Oliveira.

Vortragende aus verschiedenen TFP-Organisationen sowie einige Gastvortragende beschäftigten sich mit aktuellen Problemen rund um das Hauptthema „Das katholische Ringen um die christliche Gestaltung der Welt“. Sie beleuchteten so den Islam, den Protestantismus, die Französische Revolution und den Kommunismus.

Studienkreis
Studienkreis

Die Vorträge waren jedoch nicht nur auf die Geschichte beschränkt. Auch der Kulturkampf wurde analysiert und die Teilnehmer dazu eingeladen, die Lehren aus der Geschichte in der Gegenwart anzuwenden. Prof. Roberto de Mattei aus Rom, Präsident des Centro Culturale Lepanto, bezeichnete dies als einen wahrhaft modernen Kreuzzug und nannte Prof. Plínio Corrêa de Oliveira den „Kreuzritter des 20. Jahrhunderts“.

Im Vortrag „Das moralische Profil eines Gegen-Revolutionärs“ hob José Antonio Ureta die katholische Spiritualität als Geheimnis einer wahrhaft wirksamen Aktion hervor – in Anlehnung an das Buch „Der Sinn des Apostolats“ von Abt Jean-Baptiste Chautard. Auf die Bedeutung der Gottesmutter in diesem großem Kampf um die christliche Zivilisation wies ein anderer Vortrag hin.

In Studienkreisen beschäftigten sich die Teilnehmer nochmals mit den Vorträgen, stellten Fragen und gingen tiefer auf das Thema ein.

Eine kulturelle Erfahrung

Vor der Hofburg
Vor der Hofburg

Vorträge und Studienkreise waren der theoretische Teil. Die reiche kulturelle und katholische Tradition Österreichs bot ausgezeichnete Gelegenheiten, um Merkmale des Christentums der vergangenen Jahrhunderte besser zu verstehen, das es schon lange kaum mehr gibt. Das Orgel- und Trompetenkonzert im Stift St. Florian, der Besuch der Hofburg in Wien, die Schifffahrt auf der Donau, all dies hat zum besseren Verständnis des Glanzes und der Schönheit der christlichen Zivilisation beigetragen. Eine Falken- und Greifvogelvorführung mit Kostümen aus dem 17. Jhdt. hat ebenso Gefallen gefunden wie ein Abendessen in einem traditionellen Wiener Brauhaus.

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Ausflug auf der Donau

Im Laufe dieser Woche sind durch den guten Kontakt der einzelnen Delegationen zueinander Freundschaften entstanden. Deutsche, Österreicher, Polen, Amerikaner, Engländer, Italiener, Brasilianer und viele andere waren sich in dem Wunsch einig, die christliche Zivilisation wiederherzustellen.

Als Beispiel einer gegenrevolutionären Aktion präsentierten Mitglieder der amerikanischen TFP ihre „Public Square Rosary Campaign“. Am 13. Oktober 2007, dem 90. Jahrestag des Sonnenwunders von Fatima, wollen sie mehr als 2000 Kundgebungen im ganzen Land abhalten und Rosenkränze verteilen.

Katholische Atmosphäre

Die Sommerakademie ist eine ausgezeichnete Initiative seitens der europäischen TFPs. Auch Ausflüge und Besichtigungen waren so gut organisiert, daß man sich auf das Wesentliche konzentrieren konnte. Dekoration und gut überlegte Details haben eine wahrhaft katholische Atmosphäre geschaffen.

Österreichische Teilnehmer
Österreichische Teilnehmer

Der festliche Abschluß im Prälatensaal dieser wunderbaren Kartause war ein unvergeßliches Gemeinschaftserlebnis und brachte den Teilnehmern nochmals den Zweck dieser Sommerakademie nahe. Alle Anwesenden wurden eingeladen, im Bewußtsein der Krise in Kirche und Gesellschaft einen gegenrevolutionären Kameradschaftsgeist zu entwickeln. Ein Vertreter jeder Delegation lieferte einen kurzen Kommentar über seine Eindrücke von dieser Veranstaltung und alle wurden daran erinnert, daß es in dem tobenden Kulturkampf niemanden gibt, der nicht davon betroffen wäre.

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* John Horvat II ist Referent bei der internationalen Sommerakademie und leitet jedes Jahr die Amerikanische Delegation. Dieses Jahr behandelte er das Thema „Was bedeutet es, 90 Jahre nach den Ereignissen von Fatima ein militanter Katholik zu sein“. Sein Vortrag begeisterte alle Teilnehmer.